Otto Zitko – Die Konstruktion der Geste
| February 12th, 2008

Die Räume sind überzogen mit einem Gewebe aus handgemalten, breiten Linien in den Farben blau, schwarz und silber. In großen Teilen ist es ein dichtes Geflecht, stellenweise sind es auch sich einsam kreuzende Bahnen. Unendlich, so scheint es, und bis in jeden Winkel reicht das Werk des Wiener Malers Otto Zitko. Es wirkt nicht wirr oder im Wahn dahingepinselt. Bei genauerem Hinsehen wurde das Pinselstrichchaos sorgfältig und nahtlos wieder aufgenommen. So entsteht eine Tapete und der Betrachter mag sich hin und wieder fragen: Wirken die Wände bedrohlich oder kann man sich damit einrichten? Die Frage ist natürlich Käse, aber das Überschwappen der Malerei auf den Raum, die Auseinandersetzung mit der Architektur und schließlich auch die Unwiederbringlichkeit sind in der Tat überwältigend.
Die Ausstellung in der Galerie für zeitgenössische Kunst Leipzig ist noch zu sehen bis 29. Februar 2008. Außerdem hat die GfzK noch ein Video in Reserve (Otto Zitko im Gespräch mit Barbara Steiner) und einen Aufsatz von Barbara Steiner zur “Konstruktion der Geste”.
