Blogs als Online-Tamagotchis
October 29th, 2006“Schnell stellt man also fest, dass so ein harmloses, eigentlich nur spasseshalber aufgesetztes Blog recht schnell sehr zeitintensiv wird. Und es ist fast schon egal, wieviel Freizeit man sein Eigen nennt – sie reicht nie vollständig für die regelmäßige Pflege des Blogs. Zumindest nicht für die, die man ihm eigentlich am liebsten angedeihen lassen möchte. Füttern, pflegen, großziehen und liebevoll umsorgen. Fast wie ein Online-Tamagotchi, nur ohne das nervige Piepsen, welches sich aber sicher per Plugin nachrüsten liesse.” (aus: Schraubzwinge Schreibzwänge)
Das ist was dran, keine Frage. Man kann einfach nicht so “nebenbei” bloggen. Man muss eine geeignete Ausdrucksform (lang, kurz, Fotos, Videos, Texte), eine Balance aus eigenen und zitierten Inhalten finden. Man muss ohne Ende filtern, sich mit formalen Dingen wie Recht und Onlinerecht auseinandersetzen, mit Stil und auf jeden Fall auch mit journalistischen Grundlagen. Es gibt ständig etwas zu entdecken, zu basteln, zu justieren. Und manchmal wird die Welt ganz klein und der Blick verengt sich auf das Adminpanel der Blogsoftware, auf die Statistik, die Abozahlen und die elend lange Themensammlung. Was macht die Spamernte? Was steht in der Fehler-Logdatei? Welche Themen laufen gut? Dann ist der Tamagotchi-Vergleich nicht so weit hergeholt. Ganz idealistisch bleibe ich aber lieber beim Fanzine-Vergleich.
(via)
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Blogkultur



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