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- Schlamm-Schlamm-Schlamm
- die Wan2 Bühne hatte ein sehr starkes Line-up (UNKLE, Yonderboi, Hooverphonic, Zagar feat. The Underground Divas, Erik Sumo, Korai Öröm etc.)
- Bahia Bühne mit Überblick der osteuropäischen (!!!) Musik – geniales Konzept, Niveau der Bands gemischt, trotzdem, dennoch, immerhin
- Roma-Zelt wie auch schon vergangenes Jahr, mit Programmschwerpunkt Osteuropa, zusammengestellt von Putomayo
- Weltmusikbühne mit Tinariwen, Skatalites, Fanfare Ciocarlia, Leningrad etc.
- ansonsten wahnsinnig viele Ausländer (vor allem Franzosen); Anima Sound System spielten dieses Jahr auf der kleinen Arany Ászok Bühne, was ich bis heute nicht verstehe; für mich das beste Konzert des Jahres: Zagar mit den Divas, die der elektronischen Musikwelt der Zagar-Songs einen Hauch „femininen Spirit“ geschenkt haben (die Divas: Péterfy Bori, Németh Juci, Judie Jay, Sena, Hódosi Enikő und Kuczora Edina)
Ich wurde gefragt, hier die Antwort. Sorry, kann nicht weiter kommentieren, bin voll überarbeitet.
Hier gibt´s aber noch einige interessante (und leicht verdaubare) Anmerkungen zum Thema:
(lasst euch vom Foto nicht abschrecken…)
Tags: Arbeit Frau Familie
Seit gestern kann man auf der offiziellen Website von Manu Chau den Song Rainin´ in Paradize samt Videoclip von der neuen LP (La Radiolina) herunterladen. Besonderheit des Clips ist, dass er von Emir Kusturica gedreht wurde.
Hier mal eine kurze Meldung aus der Funkstille. Werde immer mehr unter Druck gesetzt, ich solle wieder schreiben. So wahnsinnig viele Sachen sind aber hier in Ungarn in der Zwischenzeit nicht passiert (oder die sind vielleicht nur an mir vorbeigehuscht). Die Regierung ist noch immer dabei, den Gleichgewicht in der Staatskasse wiederherzustellen (Inflationsrate 2006: 8,5%, Def. in der Staatskasse: 9,2%, Neuverschuldung: 3,1% - ich glaube, schlimmer war es lange nicht mehr), das Gesundheitswesen wird gerade in erhöhtem Tempo reformiert (es mag sein, dass ich bald auch Beiträge bezahlen muss – Ende der Jugend??), Ungarn wird 2012 keine Fußball-Europameisterschaft durchführen (Polen und die Ukraine haben den Job) und gestern gab Bryan Adams Dank Telekom ein kostenloses Konzert neben dem Heldenplatz – toll. Arme Deutsche Telekom, die macht zu hohe Profite in Ungarn mit ihren schweineteuren Minutenpreisen, sucht jetzt nach Möglichkeiten, wie sie einen Teil der Steuer absetzen kann. Wie der Spruch besagt: panem et circenses. Zumindest hatte aber auch Ruzsa Magdi (sang auf dem Eurovision Song Contest für Ungarn) wieder Mal die Gelegenheit, auf der Bühne zu stehen: sie war die Vorband vor Bryan Adams. Die Frau hat meiner Meinung nach eine echt gute Stimme. War zwar nie ein Fan vom Blues, mir imponierte aber sehr, dass sie der Eurovision-Show trotzte und barfuss, ohne großem Schick-Schnack ihren Unsubstantial Blues schob, den sie übrigens selber geschrieben hatte. Magdi ist übrigens in Serbien geboren, gehört zur dortigen ungarischen Minderheit. Das Konzert habe ich selber nicht erlebt, saß am Schreibtisch, da ich aber nah am Heldenplatz wohne, hörte ich alles ziemlich gut.
Das reicht vielleicht für heute. Viele Grüße aus dem sonnigen Budapest!
Eure Lotti
Tags: No Tags
Frauenliteratur, Gender-Poesie, Ridikülliteratur: Es sind Synonyme für eine „Gattung“ zeitgenössischer Literatur, in der das Thema »Frau« als performative Akteurin in den Mittelpunkt gestellt wird. Zwei Hauptproblemen wirft diese Art von Literatur auf: Erstens sind Frauen (auch) in der Literatur unterrepräsentiert, was möglicherweise negative Auswirkung auf die Qualität der Endprodukte haben kann, zweitens stoßen literarische Werke, die Frauen in ihrem Fokus haben, immer noch sehr häufig auf sarkastische Kritik – pejorativ wie die Bezeichnung „Ridikülliteratur“, als ob sie nur für Frauen bestimmt wären.
Ein sonniger Frühlingstag, mit zahlenmäßig vielen aber bis zum Sonnenuntergang überraschend friedlichen Menschen auf den Budapester Straßen – so könnte man den ungarischen Nationalfeiertag vom 15. März 2007 mit einem Satz beschreiben. Trotz allen Befürchtungen liefen alle Feierlichkeiten und Kundgebungen verhältnismäßig ruhig ab – dass der liberale Budapester OBM Demszky während seiner Festrede („Wir haben keine Angst. (…) Wir friedliebende Demokraten - Konservative, Sozialisten und Liberale - sind die Mehrheit in diesem Land.“) zu Mittagszeit mit Eiern beworfen wurde, ist ja nix „Undemokratisches“, schließlich wurde er dabei nicht verletzt – er hatte genug Helfer um sich herum, die ihren Aufgaben, die Flugbahn der faulen Eier vor seinem Kopf mit schwarzen Regenschirmen zu unterbrechen, mit vollem Eifer nachgegangen sind – natürlich zur großen Heiterkeit des Publikums… Auch die Fidesz-Großkundgebung lief am Nachmittag auffallend friedlich ab. Vor mehreren zehntausend (angeblich waren es 200.000) Anhängern erklärte Oppositionsführer Orban, dass die Regierung Gyurcsany „von der Macht gescheucht“ werden könne, wenn sich die von der Fidesz initiierte Volksabstimmung gegen Reformvorhaben der Regierung Gyurcsany als erfolgreich erweisen wird. Orban nannte die für den Herbst erwartete Volksabstimmung eine „historische Chance“, um die linksliberale Regierung „zu verjagen.“

Tags: Fidesz, Gyurcsany, Krawalle, Nationalfeiertag, Politik
“Für den ungarischen Nationalfeiertag am 15. März ist in Ungarn neben den offiziellen Kundgebungen mit Demonstrationen zu rechnen. In Budapest ist eine Großdemonstration auf der Pester Seite, beim Hotel Astoria, Richtung Elisabethbrücke, angekündigt. Reisenden wird vorsorglich empfohlen, größere Menschenansammlungen und Demonstrationen zu meiden, Versammlungsorte weiträumig zu umgehen sowie sich von größeren Aufgeboten der Sicherheitskräfte fernzuhalten. Aufgrund verstärkter Polizeipräsenz ist mit Personenkontrollen zu rechnen.”
Tags: Demonstrationen, Politik
Diter ist Deutscher, lebte um die Jahrtausendwende in Berlin in einer WG mit einem Ungarn, der für das Tilos Radio berichtete. Manchmal, wenn der Ungar gerade nicht zu Hause war und Anruf vom Radio kam, vertrat ihn Diter. Später lernte er am Plattensee Piroska kennen und seitdem lebt Diter in einem Dorf im Magyarenland. Damit ihn die Dorfeinwohner einfacher ansprechen können, magyarisierte er die Schreibweise seines Namens. Diter ist sehr musikalisch und kombiniert in einem seiner Lieder die ungarische Hymne mit Bob Marleys Klassiker „Jamming“. www.myspace.com/diterda , hier Isten. Phänomenal… Die perfekte Vorbereitung auf den ungarischen Nationalfeiertag am 15. März (der mit Sicherheit sehr „kämpferisch“ begangen sein wird).
Karafiáth Orsolya
Kommilitonin
Budapester Uni-Zeiten
1976
Zwei Bände:
Das geheime Lied der Lotte Lenya (1999),
Café X (2004)
Neben Poesie schreibt sie seit Ewigkeiten
an einem Roman über Berlin
(ein Jahr dort mit Stipendium)
Kultdiva, Göre, Schneewittchen –
Und Sängerin der Band
Elektrik Bugi Kommando
Tags: Elektrik Bugi Kommando, Foto, Karafiáth, Literatur
Ach, denkt nicht, dass ich wieder, nein, nein, nur kurz:
Das Budapester Nachtleben ist wieder von Illegalpartys laut. Diese Partys finden in verlassenen Industriegebäuden, leerstehenden Wohnhäuser am Rande der Stadt (oder am Astoria, oder im Sommer am Plattensee, oder eben in einer Höhle unter der Budaer Burg…) statt. Am 3. März zum Beispiel in einem Papierwerk irgendwo im Süden der Stadt. Räumlichkeiten: Raum Regenbogen (:-) u.a. mit Cadik, Palotai, Naga, Dub-Versenkung (auch nicht schlecht), Gimmeshot Gasthof, Illegal Sektor, Minimal Schachtel etc. Infos über die nächsten Partys nur auf der Website oder per Mail.
Tags: Illegalpartys
Eigentlich hätte ich gehofft, dass diese Seite ihren ersten Geburtstag erlebt. Es ist aber doch anders gekommen. Nach monatelangem Hin- und Herüberlegen habe ich doch die Entscheidung getroffen, mit dem Bloggen hier und jetzt aufzuhören. Die Gründe sind komplex. Es hängt nicht mit dem Zeitfaktor zusammen, auch Interesse hätte ich. Was mich vielmehr nervt, bezieht sich allgemein auf das Bloggen. Erstens ist es ein viel zu “weltfremdes” Forum: man erlebt viele Dinge gar nicht selber, sondern schreibt nur über sie. Es ist wie eine Wunsch-/Traumwelt, die man um sich herum systematisch aufbaut.
Tags: Abschied
Ungarn ist ein kleines und extrem zentralistisches Land – politisch, kulturell, wirtschaftlich etc. spielt sich fast alles in Budapest ab. Daher freu ich mich immer besonders, wenn ich von Ereignissen aus anderen Städten (sprich: Provinz) höre. Und wenn die Meldung von jemandem kommt, der eigentlich gar nicht in H. lebt, sich aber scheinbar trotzdem für die Happenings im Magyarenland interessiert, dann bin ich natürlich voll begeistert. Janos postete vor kurzem auf fukkle einen Beitrag über das Miskolcer Musikprojekt ElectroSoundSystem . Ziel des Projektes ist, die underground/elektronische Musik durch Mixe, Parties, Beiträge, Website etc. bekannter zu machen. Das gleichnamige Netlabel wurde im Januar 2007 gestartet. Mehr dazu bei Janos oder direkt auf der Homepage des Projektes.
Am Freitag ist mir im Budapester Klub-Kneipe-Kulturzentrum Sirály ein deutschsprachiges Büchlein in die Hände gekommen: Die Erziehungsbeihilfe „In diesem Sinn – die Großmama“ von Hermann Mostar aus 1958. Wir haben uns zuerst halbwegs kaputt gelacht über die lustigen Ratschläge der Omi, die sie ihrer Enkelin mitteilt, und gleich festgestellt, dass diese Omi aus 1958 besonders aufgeschlossen und freizügig gewesen sein muss. Viele ihrer Ratschläge sind durchaus hilfreich – Eltern und Kindern gleichermaßen! Hier mal ein kurzer Ausschnitt aus dem Buch:
World Press Photos 2007, general news, 1st prize, stories: Zsolt Szigetváry , Hungary, for MTI.
Tags: Foto
Von den „Kulturanthropologen“ des Ostblocks wurde der Jazz immer wieder als das Propagandamittel des westlichen Imperialismus bezeichnet – und wie das aus einer in den USA vor Kurzem veröffentlichten Monographie klar wird, in dieser Hinsicht hatten sie wohl Recht…
Tags: Imperialismus, Jazz, Musik, Propaganda, Wissenschaft
Mitte Februar 2007
Kurz nachdem Abgeordnete der oppositionellen Partei Fidesz die Absperrungen auf dem Kossuth tér vor dem Parlament abmontiert hatten, stellte die Polizei die Gitterzäune wieder auf und drang die Demonstranten vom Platz. Es kam dabei nur zu „milden“ Eskalationen. Der ungarische Staatspräsident Sólyom stellte fest, dass die Fidesz-Abgeordneten rechtswidrig gehandelt hätten. Orbán (selber Jurist): „Wir waren geduldig, doch alles hat seine Grenzen.“ Mit diesem Satz wies er auf die seiner Meinung nach viel zu lange anhaltende Absperrung des Kossuth Platzes hin. Fidesz wolle auf dem Platz politische Kundgebungen durchführen, dies sei aber nur möglich, wenn der Platz keine abgesperrte Sicherheitszone mehr ist.
Den Korais Banditos (sprich: Korai Öröm ) ist es am vergangenen Wochenende wieder mal gelungen, das gut gefüllte Kulturzentrum Almássy tér zu rocken und die ca. 500 Zuhörer mit ihrer „Reisemusik“ in Trance zu setzen. Für die Einstimmung sorgte die Vorband Narcopolo – eine junge, aber sehr talentierte Band mit einer Sängerin, die eine Stimme wie Márta Sebestyén hat, bloß vielleicht noch kraftvoller. Narcopolo spielen psychedelische Worldmusik. Auch der Name ist symbolisch dafür, was sie mit ihrer Musik vorhaben: die Zuhörer auf eine virtuelle Reise mitzunehmen. In ihren Songs trifft Geige auf Kaval, Didgeridoo auf Doromb, Dudelsack auf Fuvara. Besonders gut fand ich die junge Geigenspielerin, und die Sängerin mit ihrer fabelhaften Stimme. Weitere Besonderheit der Band ist, dass das ex-VHK-Mitglied, Endre Balatoni (Boli) seit 2000 mit Narcopolo spielt.
Auf jeden Drehsitz im Büro
da warten hundert Leute;
man nimmt, was kommt – nur irgendwo
und heute, heute, heute.
Drin schuften sie
wies liebe Vieh,
sie hörn vom Chef die Schritte.
Und murren sie, so höhnt er sie:
»Wenns Ihnen nicht passt – bitte!«
Tags: Arbeitswelt, Literatur
Ende Januar 2007
Erste Meldungen werden veröffentlicht, laut denen Oppositionsführer Orbán westeuropäische Länder um „neutrale Beobachter“ für den 15. März (Nationalfeiertag) geboten hätte.
„Czernowitz, auf dem halben Weg gelegen zwischen Kiew und Bukarest, Krakau und Odessa, war die heimlich Hauptstadt Europas, in der die Metzgertöchter Koloratur sangen und die Fiaker über Karl Kraus stritten. Wo die Bürgersteige mit Rosensträußen gefegt wurden und es mehr Buchhandlungen gab als Bäckereien. Czernowitz, das war ein immerwährender intellektueller Diskurs, der jeden Morgen eine neue ästhetische Theorie erfand, die am Abend schon wieder verworfen war. Wo die Hunde die Namen olympischer Götter trugen und die Hühner Hölderlin-Verse in den Boden kratzten.“ – so Shantel über Czernowitz, einst Hauptstadt des k.u.k. Kronlands Bucovina, heute beinahe eine vergessene Stadt. Attitüde einer Region, die viele für besonders reizvoll halten. Als Einstimmung und zur Reisevorbereitung empfehle ich den essayistischen Text Chernovitz [group trip east] von Noémi Kiss, dessen erster Teil auf Hungarian Literature online erschienen ist. Kiss weist in ihrem Reisetext auf die schiere Hoffnungslosigkeit historischer Schichtungsversuche hinund fragt nach der Geburtsstunde des Bucovina-Mythos. Sehr lesenswert!
Tags: Bocovina, Literatur, Reiseführer
Vor einigen Monaten habe ich Euch von meiner Entdeckung erzählt, dass der Józska ein Ungar wäre. Heute kann ich von einem anderen weltbekannten Politiker das gleiche erzählen, diesmal geht´s aber nicht um einen deutschen, sondern um einen französischen Politiker. Viele ahnen es schon: ja, ja, Nicolas Sarkozy, oder in richtiger Schreibweise Sárközy Miklós, unser Miki. Wer mir nicht glaubt, der soll sich das Lied “Sarkozy: un Hongrois chez les Gaulois ” anhören (Übersetzung ist wahrscheinlich nicht notwendig, falls doch: Sarkozy: ein Ungar unter den Franzosen). Der beste ist der Refrain: “Nicolas Sarkozy! Warum ist dein Vater aus Ungarn geflüchtet?” Hm. Großes hm… Und großer Dank an M nach Prag, von dem der Tipp stammt!
Anti-Raucher-Plakat aus Tschechien. Fotographiert in der Prager U-Bahn. Jetzt mal ehrlich, würdet Ihr wegen so eines Plakats aufhören? Auf mich wirkt es eher einladend…
Drei Tschechen habe ich am Wochenende kennen gelernt. Wahrscheinlich reicht diese Zahl für eine repräsentative Stichprobe nicht aus, ich hatte aber den Eindruck, dass sie alle sehr viel Unternehmensgeist hatten. Radka unterrichtet Anthropologie an einer Uni auf der tschechischen Provinz östlich von Prag und arbeitet nebenberuflich und ehrenamtlich für einen Vereinen, der die Sozialwissenschaften und ihre Ergebnisse bekannter machen will. Jan ist Jurist und leitet eine NGO, die den Demokratisierungsprozess in Weißrussland und in anderen Ländern des östlichen Europas unterstützt. Mittlerweile sind sie so erfolgreich und bekannt in Tschechien, dass er diese Tage im Auftrag des tschechischen Außenministeriums in Minsk ist. Die Prager Regierung kann ja NGOs und andere Organisationen in Weißrussland, die gegen Lukaschenko und für die Demokratie sind, nicht direkt unterstützen, daher läuft alles über NGOs, die vermitteln.
Tags: NGOs, Prag, Reiseführer, Tschechien
“Links, rechts, links, rechts, rechts vor, links zurück, schlie-ßen. Rechts, links, rechts, links, vor, rechts zurück, schlie-ßen… Endlich: ich habe es verstanden. Jetzt sitzen die Schritte - dachte ich zumindest. Aber just in dem Moment, als ich die Schrittfolge halbwegs verinnerlicht hatte, rief unsere energische Folklore-Tanzlehrerin: “Und jetzt dasselbe - nur etwas schneller! Musikanten, legt los!” Oh nein…ach ja, links, nicht rechts… ups! …schon wieder meinen Tanznachbar angerempelt. “Bocsánat! Das wollt ich nicht.” Langsam gehen mir die Entschuldigungen aus. (…) Wo ist bloß meine Kondition geblieben? Dreißig Minuten hin und her und vor und zurück und ich kann nicht mehr. Ich muss mich aus dem großen Tanzkreis lösen, einen Schluck Wasser trinken und meine Stirn trocken tupfen. Eine Dusche würde jetzt gut tun, mit dem kalten Strahl des Wasserhans gebe ich mich aber auch zufrieden. Ungarischer Folkloretanz ist schweißtreibender als Joggen. Wer hätte das gedacht? Ich jedenfalls nicht. Mir wurde nur gesagt, es würde Spaß machen. Die nicht völlig unerfahrenen Anfänger hatten - im Gegensatz zu mir - große Freude am Tanzen. Sie strahlen über das ganze Gesicht und zeigen keine Spur von Müdigkeit. (…)
Hier mal ein Paar Tourifotos aus dem gutbürgerlichen Prag. Das hier zeugt z.B. vom hervorragenden Marketinggefühl der Tschechen: Sonst komme ich nie auf die Idee, an einer organisierten Sightseeingtour teilzunehmen, aber mit so einem schicken Wagen… Sorry für die schlechte Qualität des Fotos, die sind aber mit 100 Km/h durch die Innenstadt gerast. Ich hatte kaum Reaktionszeit gehabt.
Mittlerweile dürfte die Nachricht eigentlich alle Grünbesinnte erreicht haben, dass über dem Prazsky Hrad nun eine grüne Flagge weht: Nach monatelangem Tauziehen und provisorischer Regierung hat Tschechien nun eine neue und zumindest stabil aussehende schwarz-grüne Regierung. Zum ersten Mal sitzen somit grüne Politiker im Kabinett eines ehemaligen Ostblocklands!!!!
Tags: Grüne, Politik, Tschechien
Ende 2006 wurde die Hauptstadt Moldawiens vom rumänischen Ministerpräsidenten, Traian Basescu, aufgesucht. Wie danach internationale Medien berichteten, beschwerte er sich dort über die enorm hohe Zahl der von Moldawiern gestellten Staatsbürgerschaftsanträge: Angeblich reichten bis Ende 2006 mehr als 300.000 Moldawier Antrag auf Staatsbürgerschaft bei den rumänischen Behörden ein. 120.000 Moldawier haben bereits doppelte Staatsbürgerschaft und sind somit seit Januar 2007 EU-Bürger. Das macht zusammen fast Einneuntel der Bevölkerung Moldawiens aus (Juni 2005: 4,5 Mill.).
Macht dort Geld, wo du nur kannst – so könnte auch das Motto mancher Geschäftsleute lauten, die ohne Rücksicht auf ihre Mitmenschen mit Müll und verdorbenen Lebensmitteln handeln. Als erstes wurde der Skandal mit den rückdatierten Lebensmitteln aufdeckt: In einem Lager nahe Budapest wurden Lebensmittel mit abgelaufenem Verfallsdatum neu gestempelt und dann an große Supermärkte wie Tesco und Spar verkauft. Involviert waren ungarische und österreichische Geschäftemacher. Danach wurden im Süden Ungarns illegale Mülldeponien entdeckt: tonnenweise (über 3000 Tonnen!!) wurde Müll aus Deutschland in das kleine Dorf geliefert und dort auf leeren Gründstücken abgestellt. Der ungarische Bürgermeister soll als „Müllimporteur“ aufgetreten sein, Österreicher transportierten den Unrat und als Hintermänner werden Deutsche vermutet.
Tags: Globalisierung, Umwelt, Wirtschaft
Osteuropa ist in, und seine Musik noch mehr. Die traditionellen Volksmusikrhythmen werden als Grundlage verwendet und es entstehen Neuinterpretationen. Der musikalische Qualitätsanspruch dieser Interpretationen ist unterschiedlich. Es gibt nichts gegen diese Praxis einzuwenden, jeder kann hören, was er will, wir leben ja in einer angeblich freien Gesellschaft usw. Trotzdem tut es einem ab und zu gut, zu den Wurzeln zurückzukehren. Es gibt eine Band in Ungarn, namens Misztrál , die mit ihren Konzerten und CDs beste Gelegenheit dafür bietet. Misztrál gibt´s mittlerweile seit zehn Jahren, in Ungarn sind sie inzwischen so bekannt, dass sie jährlich 100 Konzerte geben, in der Zwischenzeit viel im Ausland unterwegs sind, jährlich eine neue CD herausgeben und seit 2002 jeden Sommer das mehrtägige „Misztrál Fesztivál“ durchführen.
Schon der Ticketkauf war ein Abendteuer, will Euch aber nicht mit den Details langweilen. Kurz: habe zu spät reagiert, da waren bereits alle Karten ausverkauft. Im letzten Moment, sprich: 4 Stunden vor Konzertbeginn habe ich dann den heißen Tipp bekommen, sofort ins Palast der Künste zu starten und nach Studentenkarten zu fragen. Der Tipp war gut, nach ca. einer Stunde Wartezeit habe ich anstelle von 2200-5500 HUF für 200 HUF ein Studententicket bekommen. Stehplatz, dritte Etage, ca. 30 Meter über der Bühne, nix für Leute mit Höhenangst und schwachen Beinen…
Lustiger Weise sind es Däne, die sich an den Stoff wagen und versuchen, das Phänomen der Russendisko (sie nennen es Popular Music in the Post-Soviet Space) wissenschaftlich zu analysieren. Ob sie es wirklich auf Aktionen von Kaminer and Co. reduzieren werden??? Voraussichtliches Erscheinungsdatum der Publikation : Frühjahr 2009
Tags: Russendisko, Wissenschaft
Ungarn hat wieder mal eine tolle deutsche Erfindung übernommen, nämlich die phänomenale, einzigartige und epochemachende Idee der Praxisgebühr. Ab dem Neujahr muss auch in Ungarn für alle Rezepte eine Gebühr von 300 Ft bezahlt werden und dieselbe Summe für jeden Arztbesuch. Das in einem Land, wo es nach wie vor nur eine, nämlich die staatliche Krankenversicherungsgesellschaft gibt, wo die Patienten für ihre Versorgung in einem Krankenhaus fette Summen direkt in die Kitteltasche der Ärzte stecken müssen und wo das Chipkartensystem trotz des angeblich überdurchschnittlich hohen Know-How-Potentials der IT-Fachkräfte noch immer nicht ausgebaut werden konnte. Habe mir die ersten Schritte einer Gesundheitsreform anders vorgestellt.
Tags: Gesundheitswesen
Lilián schickte mir ihre Lieblings-Plakate vom Doppelschwanzhund. Musste eine Vorauswahl treffen, weil nicht alle international deutbar sind, außerdem hatte ich keine Lust, lange ungarische Sprüche zu übersetzen. Hier die Essenz. Danke Leeljoe!
Tags: Doppelschwanzhund, Plakate, Streetart
Oppositionsführer Viktor Orbán strebt nach ungeteilter Macht - so Paul Lendvai im DerStandard vom 3. Januar 2007. Der 43 jährige „Berufspolitiker mit ungeheuerer Dynamik, unbändiger Angriffslust und totaler Kompromisslosigkeit” strebt laut Lendvais Meinung nach ungeteilter Macht.
Ewiges Leben, Freibier und Steuersenkung versprach in ihrer Wahlkampagne die Partei des Ungarischen Hundes mit Doppelschwanz (Magyar Kérfarkú Kutya Pártja ). Sein Vorsitzender und Erfinder ist der szegediner Soziologiestudent Gergö Kovács, der sein Studium nur nebenbei macht und sich als „offizieller Plakatkleber“ betitelt.
… und hier dann noch ein paar Adressen, für die keine Zeit mehr geblieben ist oder die ich selber auch nur vom Hörensagen kenne.
Tags: Adventskalender, CD, Klub, Laden, Musik
Artemovszk 38 ist der Name eines Schifftyps, der das Andenken der sozialistisch-realistischen Industrieplanung und Schiffbaukultur bewahrt. Ein 1968 in der Ukraine gebautes, ursprünglich zur Steinlieferung dienendes Exemplar dieser Schiffsorte hat einen langen Weg dafür hinterlegen müssen („eine Reise in die Zukunft“), damit es ein neues Leben als Veranstaltungszentrum beginnen konnte. Zwei Jahre lang hat der Umbau gedauert, bis das Boot im April 2003 in seinem letzten Hafen in Budapest Anker werfen konnte. Heute ist A38 ein freundliches, high-tech Kultur-Frachtschiff.
Tags: a38, Adventskalender, Klub
Der kleine Plattenladen IndiGo befindet sich auf dem Innenhof des Darshan Cafés. Er ist auf jeden Fall sehr bekannt, Popularität ist aber ja Geschmacksache. Für mich ist er die erste Adresse, wenn ich was Neues haben will. Nicht nur wegen „Sachverständnis“ (gegründet wurde IndiGo 1995) und Auswahl, sondern auch wegen der Atmosphäre: Man kann ruhig stöbern, reinhören, Fragen stellen, ohne vorher einen DJ-Kurs absolviert zu haben… Man wird in Ruhe gelassen, und die Fragen werden beantwortet, nicht selten kommen die Infos sogar von sich alleine… Stilrichtungen: vor allem underground, jazz, downtempo, worldmusic, aber auch trip-hop, big beat, new electronics, dub, drum&bass, goa, trance, house, reggae, acid jazz, electro-industrial, gothic, mystic. Plus: Darshan Café ist auch ziemlich einzigartig, auch schon deswegen ist ein Besuch auf jeden Fall empfehlenswert!
Tags: Adventskalender, CD, Laden
In Westeuropa werden die leerstehenden Industriegebäude schon seit Jahrzehnten als Kulturbetriebe wiederbelebt. In Ungarn war Trafó das erste Kulturzentrum, das 1998 in einem verlassenen Trafohaus eröffnet wurde. Es gehört seitdem der zeitgenössischen Kunst: Tanz, Theater, bildende Künste, Literatur, Musik etc. Mit viel Emotionen und Abstraktionen. Ein Ort, der den Ungarn einen Ausblick auf die Welt vermittelt – steht zumindest auf der Website…
Kurz zur Geschichte: Das Trafohaus in der Liliomstraße wurde 1909 gebaut, im Stil der industriellen Sezession. Für die Kultur wurde das Haus von einer Gruppe französischer anarchistischer Künstler entdeckt. Damals stand der Trafo schon seit über vierzig Jahren leer. Ein Sommer lang fanden hier Performanceaufführungen und Konzerte statt, danach war es ein besetztes Haus. Der Stadt Budapest geling es das Haus mit Hilfe der durch die nicht-durchgeführte-Weltausstellung übrig gebliebenen Gelder zu kaufen, mit der Zielsetzung, den legendären „Klub der jungen Künstler“ aus der Andrássy utca hierhin umsiedeln zu lassen. Eröffnet wurde der „Trafó, Haus der zeitgenössischen Künste“ im Herbst 1998 mit einem Tanzstück von Yvette Bozsik.
Tags: Adventskalender, Klub, Trafó
Um die Bedeutung des Gödör Klub s im Herzen der ungarischen Hauptstadt für das Budapester Kulturleben zu veranschaulichen, muss ich über das Ungarische Nationaltheater schreiben. Dort nämlich, wo seit einigen Jahren der Gödör Klub „steht“ (ist unterirdisch), sollte eigentlich das Nationaltheater stehen. Zumindest wenn alles nach den ersten Plänen noch aus Mitte der 90er Jahre gelaufen wäre. Fragt mich jetzt bitte nicht mehr, welche politische Partei dafür war, dass das Nationaltheater auf dem Elisabethplatz aufgebaut wird und welche dagegen, ehrlich gesagt verlor ich sehr schnell den Überblick. Eins ist sicher: Demszky war dagegen, dass das neue Haus auf dem relativ kleinen Platz in der Innenstand aufgebaut wird, weil er Parkplatzprobleme befürchtete – zumindest so habe ich sein Hauptargument in Erinnerung. Jahrelang schmückte ein hübscher Baugraben den Platz, bis dann die Fidesz-Regierung reichlich Geld für das neue Theater locker machen ließ (steht im Süden der Stadt nahe der Lágymányos-Brücke). Und der „Nationalgraben“ (so der Spitzname des Gödör Klubs, gödör bedeutet ja Graben auf Deutsch) wurde im Herbst 2002 zu einem Klub ausgebaut – Erfolgstory für das ungarische Kulturleben, oder? Hätte ja auch zu einer Tiefgarage o.ä. umfunktioniert werden können…
Tags: Adventskalender, Gödör, Klub
Deep wurde im Herbst 1999 gegründet, zuerst in einem winzig kleinen Geschäft in der Tompa Straße im 11. Bezirk. Nach zwei Jahren musste Deep umziehen, der erste Laden war da schon zu klein. Mittlerweile findet man Deep unweit vom Haus des Terrors. Zusammenhang gibt´s nicht, der Laden ist sehr entspannt.
Das Sortiment besteht zu Zweidrittel aus Platten, CDs gibt´s aber auch. Die Musik wird nach Labels sortiert, was auf Laien (wie mich) etwas verwirrend wirken kann. Nach ein paar Minuten ist aber die Verwirrung vorbei. Deep ist ja kein kommerzieller Laden, sondern ein Geschäft, das auch unter DJs sehr beleibt ist. Vom Preisniveau her etwas teurer als die anderen Plattenläden der Stadt, die Jungs runden scheinbar gern auf. Dafür ist die Auswahl sehr breit: reicht vom Break, D&B, Hip-Hop, Electro, Experimental, House, Minimal über Downtempo bis hin zu Jazz. Sogar ein wenig Latin, Reggae und Funk-Musik hat auch der Laden.
Tags: Adventskalender, CD, Laden, Musik
Okay, heute nur kurz. Cha-cha-cha ist ja einer der bekanntesten Tanzbars der Budapester Nacht. Vom September bis Mai ist er eine absolut sichere Adresse für all diejenigen, die nach einem Konzert oder so noch tanzen gehen möchten. Im Sommer zieht der Klub auf die Margarethen-Insel, wo die Cha-cha-cha Terasse etwas mehr Platz für die Tanzfreudigen bietet als der sonst ziemlich kleine Klub in der U-Bahn-Haltestelle Kálvin tér. Hier ist fast jede Nacht was los. Als Beispiel das Programm für diese Woche:
Tags: Adventskalender, Chachacha, Klub
„Zehn Jahre im Dienste der Traditionen“ – steht auf der Website des Musikhauses Fonó . Gegründet wurde Fonó 1995 und gehört mittlerweile zu den anerkannten Kulturbetrieben Europas für Jazz, Folklore und Worldmusic. Zu den Zielsetzungen des Hauses zählt die Bewahrung der gefährdeten Musikschätze Ungarns und der umliegenden Länder. Fonó steht mittlerweile für Konzerte, Tanzhäuser, Festivals, Ausstellungen, Label und Initiativen wie z.B. die Aktion “Letzte Stunde”. Letztere wurde vom Musikverlag Fonó Records gestartet zur Rettung vom Vergessen bedrohter Volksmusik aus Siebenbürgen, der Slowakei, der Wojwodina und Ungarn. Insgesamt wurde Musik auf 1100 CDs aufgezeichnet!
Tags: Adventskalender, CD, Klub, Laden, Musik
Was? Heute schon Wave? Worüber wird sie denn in den kommenden zehn Tagen schreiben? – denken jetzt bestimmt manche von Euch. Die Bemerkung ist logisch, Trancewave ist zweifelsohne einer der bekanntesten CD-Läden in Budapest. Ob eine Beziehung zwischen dem gleichnamigen Indie-Label aus San Francisco und dem Budapester Laden besteht? Gegründet wurde der Plattenladen “Wave” kurz nach der Wende. Mitte der 90er Jahre haben sich dann die damaligen Betreiber getrennt und so entstand der heutige Trancewave. Der Laden hat sich eindeutig auf elektronische Musik spezialisiert, das Sortiment hat ziemlich wenig mit der Musikrichtung Trance zu tun. Tonträger gibt´s in allen vorstellbaren Formen: CD, LP, 12″ bzw. 10″, MC, originell, second hand etc. Von der Musikrichtung her tech-house, breakbeat, nu jazz etc, sowohl ausländische als auch ungarische Musik. Von vielen wird der Laden aber gar nicht nur wegen der Musik aufgesucht, sondern wegen den vielen Infos, die man hier über Partys in der Stadt erfahren kann. Diese Infos findet man entweder auf den vielen Flyers, die rumliegen, oder direkt beim Personal. Wenn es gerade gut gelaunt ist, und wenn man ihm sympathisch ist. Und sympathisch wird man erst, wenn man öfters vorbeischaut…
Tags: Adventskalender, CD, Laden, Musik
Es war einmal, dass ich von irgendeinem konkreten Ziel getrieben in den CD-Laden wollte, den ich erst morgen vorstellen werde. Ich bin aber von der Hauptsraße komischerweise falsch abgebogen und landete in einer kleiner Pester Gasse. Und plötzlich las ich in einem Schaufenster neben uralten Radios: Rockin´ Box Plattenladen. Bin gleich reingegangen, und fühlte mich wie 50 Jahre in der Zeit zurückgeflogen. Auf den Wänden hingen überall alte Plattencover, die Regale waren massiv mit Platten von Louis Amstrong, Ravi Shankar, Buddy Holly, Zsuzsa Koncz, Kati Kovács etc. gefüllt. Und die Atmosphäre war herrlich!
Tags: Adventskalender, Cd Laden, Musik
Der CD-Laden Solaris war eine Empfehlung von Lilián (köszi!). Er befindet sich neben dem Lustigen Theater (Vígszínház) in der Nähe des Westbahnhofs, auf dem Innenhof eines wunderschönen Altbaus. Der Verkäufer war überraschend nett – nicht sofort, zuerst verwies er mich an zwei andere Plattenläden, als er aber gemerkt hatte, dass mich seine CDs wirklich interessieren, dann ist er ganz gesprächig geworden. Der Laden ist zwar klein, aber nett. Wenn man sich von Robbie Williams und den vielen Motörhead-Plakaten nicht abschrecken lässt, dann findet man doch feine Sachen im Shop. Ich habe z.B. das Album Jégkrémbalett von der phänomenalen ungarischen Kultband A.E. Bizottság auf CD entdeckt – wusste gar nicht, dass dieses Album auch auf CD veröffentlicht wurde. Außerdem hat der Laden CDs von der ungarischen progressiv Rockband East (die Band gibt´s seit den 80ern nicht mehr). Und von Katalin Karádi, die so etwas ist wie die ungarische Marlene Dietrich… Sicherlich hätte ich auch unter den ausländischen CDs einige Leckerbisse aufspüren können, bloß die Zeit reichte diesmal für diese Regale nicht. Klassische Musik und ein paar Jazz-CDs habe ich ebenfalls gesehen, aber nur aus Entfernung. Alles in einem war es eine ganz nette Begegnung mit Solaris und seinem Betreiber. Ok, ich gebe zu: stehe eher auf ein wenig andere Musik, und Solaris hatte nur zwei von den CDs, die ich auf meiner Indikatorenliste hatte, trotzdem hat der Laden was…
Tags: Adventskalender, Cd Laden, Musik
Merlin ist eigentlich ein Theater, wird aber gern als Location für Festivals etc. gemietet. Das Cinetrip VJ Turnier war hier, und auch Radio Tilos feierte hier vor kurzem seinen Geburtstag mit Úzgin Üver und Sabot! aus San Francisco. Heute Abend findet das VideoGizmo Shortfilm Festival im Merlin statt. Wahrscheinlich liegt die Zahl der ungarischen Filmemacher über dem europäischen Durchschnitt, zumindest lässt die erstaunliche Dichte an Video-sharing Seiten in Ungarn darauf folgen, wie darüber auch hackr.de berichtete. (danke János für den Hinweis!)
Tags: Adventskalender, Klub, Merlin
Das Schaufenster ist pothässlich, drinnen wird ununterbrochen gestritten, und trotzdem. Der Laden „Musikland “ ist zweifelsohne empfehlenswert. Vor allem, wenn die Geldbörse nicht allzu dick ist. Musikland hat ja ausschließlich second hand CDs. Lobenswert ist, dass die CDs super gut sortiert sind, nix ist durcheinander, und die Verkäufer haben auch den Überblick. Haben bloß keine Zeit für die Kunden, weil sie sich permanent streiten… Unten sind die ausländischen CDs, oben Jazz und ungarisches Zeug. Ziemlich alles durch den Gemüsegarten. Meine Beute von heute (welch ein schöner Reim): Sun-set Café. Ein compilation von Tamás Jutasi, mit u.a. Gábor Deutsch und Yonderboi. Kam 3,20 Euro. Habe aber auch die neue Másfél-CD für 4 Euro gesehen. Der Laden ist also definitiv ein Besuch wert. Nur das Schaufenster könnte einladender sein…
Tags: Adventskalender, Cd Laden, Musik
Es gibt eine Radiosendung, die immer sonntags zu Mittagszeit auf dem staatlichen Sender Kossuth zu hören ist. Sie hat den Titel: Wer gewinnt heute? Spiel und Musik in zehn Minuten (Für Sprachstudenten: Ki nyer ma? Játék és muzsika 10 percben). In meiner Familie wurde früher sonntags immer pünktlich um 12 Mittag gegessen, und das Radio war dabei fast immer an. Daher kannte ich diese Sendung sehr gut. Die Fortsetzung nach dem Titel lautet jeden Sonntag: Die Fragen stellt - György Czigány, die Antworten gibt - und dann kommt der Name des aktuellen Spielers. Diese Sendung wird am meisten aus dem Musikladen Rózsavölgyi ausgestrahlt, der wahrscheinlich der meistbekannte Musikladen Ungarns ist. Er wurde 1850 von Gyula Rózsavölgyi und Norbert Grinzweil gegründet. Auf seinem heutigen Platz steht der Laden seit 1912. Irgendwo habe ich über Rózsavölgyi gelesen, dass er die größte Musikhandlung Mitteleuropas sein soll – ob diese Behauptung stimmt, weiß ich nicht. Das Angebot ist schon ziemlich umfangreich: 160 000 Artikel hat der Laden. Man kriegt hier vor allem klassische Musik, so ziemlich alles von Bartók über Kodály bis Liszt. Plus Jazz und Volksmusik. Plus Notenblätter, Musikzeitschriften und sonstige Musikträger. Außerdem steht der Laden in der innersten Innenstadt, mitten drin auf der Fußgängerpromenade.
Tags: Adventskalender, Cd Laden, Musik
Schon wieder eine versteckte Kneipe. Diesmal könnte sie den Namen „Garten Eden“ tragen, frei nach Hemingway, sie heißt aber anders: Pótkulcs , d.h. Ersatzschlüssel… Vom Stil her: eklektisch, idyllisch, verträumt, romantisch. Die Möbel sind nicht gerade nagelneu, ungefähr wie in Ilses Erika. Die Bedienung nett, die Gäste international.
Und schon wieder verstehe ich nicht, woher die vielen Nicht-Einheimischen von diesem Klub wissen… Ist super, dass sie da sind, in einem durchschnittlichen Reiseführer findet man aber garantiert keine Hinweise auf Pótkulcs. Wie immer: Das eiserne Tor führt in einen echt hübschen Garten, wo beim schönen Wetter Ziehharmonika gespielt wird. Drinnen ist alles gemütlich, im nicht allzu großen Konzertsaal gibt´s am Wochenende Jazz-, Ethno- und Worldmusic-Konzerte. Es wird Staropramen gezapft (!), eine Seltenheit in Bp. Im Winter gibt´s Krampampuli, ein Heißgetränk aus Rotwein, Rum und Orangen – sehr ähnlich zur Feuerzangenbowle.
Pótkulcs ist immer gut, besonders aber als letzter Lokal, bevor man nach einem schönen Abend nach Hause geht.
Tags: Adventskalender, Klub, Pótkulcs
Auf der Király utca, zwischen Liszt Ferenc tér und Deák tér, befindet sich ein richtig großer, aber trotzdem ziemlich versteckter Klub. Verstehe gar nicht, wie es sein kann, dass der Klub so viele Besucher hat. Wenn man die genaue Adresse nicht kennt, dann hat man schlechte Chancen, die Location zu finden: mit Werbungen wie Schild über dem Eingang sind die Betreiber sehr sparsam umgegangen…
Tags: Adventskalender, Klub, Kuplung
Sark bedeutet soviel wie Pol. Es gab mal den Südpol in Pécs, den gibt´s allerdings nicht mehr. Dafür seinen großen Bruder, den „Nordpol“ in Budapest. Sark steht für Café, Klub und Musik, und befindet sich mitten drin im jüdischen Viertel. Seit über 1000 Jahren leben Juden in Budapest, und sie haben viel zur kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung Ungarns beigetragen. Dennoch wurden ihnen erst um 1900 alle bürgerlichen Rechte und die freie Ausübung ihrer Religion gewährt. Sie wohnten vor allem im siebten Bezirk, dem Elisabeth Viertel, das während des Dritten Reiches zum Ghetto wurde. Heute kehrt allmählich Leben ins jüdische Viertel zurück. Die Häuser werden aufwendig restauriert und heute gibt´s hier unzählige kleine Geschäfte und Restaurants. Das Elisabethviertel war jahrzehntelang vom Verfall bedroht, weil es an Geld zur aufwändigen Sanierung der prächtigen Häuser fehlte. Erst in den letzten Jahren begann die Sanierung, finanziert am meisten von ausländischen Investoren. Doch in diesem Stadtteil stimmt noch die Atmosphäre…
Tags: Adventskalender, Klub, Sark
Wenn dancehall, ska, roots oder reggae aus/in Hu, dann live u.a. Pannonia Allstars Ska Orchestra und Love Alliance mit Dj Bosi, und Tonträger aus dem Selecta Shop . Der Laden befindet sich etwas abseits der Szene in der Hajós utca, neben der Oper. Gegründet wurde er 2004. Das Angebot ist überwältigend, wöchentlich werden kiloweise ska, roots, dancehall, hip-hop CDs und LPs aus dem Ausland eingeschifft. Zusätzlich bietet der Shop auch Klamotten der Marken reef und pellepelle an, sowie wertvolle Informationen über ska- und reggea-Partys in der Stadt. Mehr als nett.
Tags: Adventskalender, CD Shop, Musik
Eine meiner Budapester Lieblingsecken ist der Mikszáth tér mit den umliegenden Straßen. Ich mag diese engen Gassen, die schönen, großteils noch unsanierten Jahrhundertwendehäuser und die Ruhe, die man hier zu jeder Tageszeit erleben kann. Die Krúdy utca ist viel weniger hektisch als z.B. der 7. Bezirk, von der Flair her aber mindestens so abenteuerlich. Kleine Gaststätten, Cafés und lustige Geschäfte findet man hier. Auf dem Mikszáth tér stand früher der Klub Tilos az Á…, Namensgeber des Radio Tilos. Auf dem anderen Ende der Krúdy utca war vor ein paar Jahren noch das Kino Cirko Gejzír, eins der liberalsten Art-Kinos in Budapest. Und ungefähr in der Mitte der Krúdy utca befinden sich aktuelle zwei Cd-Läden: IndiGo und CD-Bar. Heute ist letztere dran.
Tags: Adventskalender, Cd Laden, Musik
Heute ist der Kultiplex dran. Kurz zur Geschichte: Als ich vor 1999 in Budapest lebte, lief der Klub noch unter dem Namen Blue Box. Zuvor (wenn ich mich richtig erinnere) war das Kino Kinizsi hier. In der Zwischenzeit wurde alles saniert, aber nur mäßig, nicht übertrieben, nur das nötigste. Kultiplex steht heute für Art-Kino, Konzerte, Café und… für Radio TILOS!!! Ja, ja, hier, in diesem Gebäude hat dieser phänomenale Radiosender sein Hauptquartier. Weiter als die Eingangstür zum Studio (hierherum nur Maschinenhaus genannt) bin ich allerdings noch nicht gekommen.
Tags: Adventskalender, Klub, Kultiplex
Heute ist einer der minimalistischsten Budapester Plattenläden dran. Der Laden ist klein und puritan, der Betreiber alles andere als gesprächig, selbst die Website ist minimal gehalten, sprich: viele Infos fehlen noch… Trotzdem: Akt.records ist seit 1999 ein fester Bestandteil der Budapester Musikszene. Von 1999 bis 2000 hieß der Laden Groove Records, danach lief er unter dem Namen Afrofilia (ach so, sagen jetzt bestimmt einige von Euch). 2004 übergab dann der damalige Betreiber, Dj Gonnok, den Laden an Isu, der ihn zu Akt.Records umbenannte. Akt steht übrigens für aktuell.
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Heute müsste eigentlich ein CD-Laden dran sein, ich bin aber gestern im großen WestBalkan etwas abgestürzt und würde heute daher gern diesen phänomenalen Klub vorstellen. Ist eh der große Bruder vom kleinen WB, der gestern dran war, die beiden Klubs passen daher thematisch gut zueinander.
Also West-Balkan : Nachdem sich der kleine WB immer beliebter und daher immer enger zeigte, und nachdem die stadtplanerischen Vorhaben des 8. Bezirkes bekannt wurden, entschieden sich die Betreiber des WB, unweit vom ersten Klub eine geeignete Baulücke für eine größere Location zu suchen. Im berühmten-berüchtigten 8. Bezirk ist nämlich gerade ziemlich viel los, hier soll ein neues Stadtteilzentrum entstehen mit 3000 (!) neuen bzw. neu sanierten Altbauwohnungen. Im Moment ist alles noch echt abenteuerlich, überall stehen Braukräne, Betonmischer etc. Der große WB befindet sich auf der zukünftigen Corvin-Promenade, die aktuell noch „unsichtbar“ ist: die Straße ist nicht mal asphaltiert… Es ist praktisch eine richtig große Baulücke mit einem Durchmesser von ca. 500 Meter, überall drum herum sieht man die Feuerwände der benachbarten Häuser. Klar wird an die Wände projiziert, ein Foto füge ich gleich bei.
Tags: Adventskalender, Klub, WestBalkan
Heute möchte ich Euch einen besonders hübschen Budapester Klub vorstellen: den kleinen aber feinen WestBalkan (gibt´s auch einen großer, der ist aber erst später dran). Stellt Euch bitte eine Baulücke in der Budapester Innenstadt vor (knapp hinter dem großen Ring), links und rechts mit wunderschönen, unsanierten Jahrhundertwendehäusern. Die Lücke verbirgt einen abenteuerlich wilden Garten, mit einem riesengroßen Baum (Nussbaum?) in der Mitte. Die Laubkrone des Baumes ist so groß wie ein Bierzelt – perfekter Regenschutz an warmen Sommertagen! Unter dem Baum stehen lustige bunte Tische und Stühle und bieten Platz für ca. 150 Menschen. Die Theke ist lang und phantasiereich, überall hängen Lampions. Die Musik ist herrlich, tagsüber Lounge, abends Clubnight. Neben dem Garten befindet sich eine Tür, hinter der Tür eine Treppe, die in den Keller führt. Der Keller ist mäßig groß und muffig, geeignet nur für kleinere Konzerte. Alles unsaniert, ursprünglich, bietet Raum für Phantasie und Selbstverwirklichung.
Tags: Adventskalender, Klub, WestBalkan
Scheinheiligkeit hin, Einkaufsrausch her, die Adventszeit hat begonnen. Irgendwann vor einem guten Monat habe ich versprochen, pünktlich zum Beginn der Adventszeit einen alternativen Adventskalender zu starten. Und versprechen ist ehrlich, halten beschwerlich…
Allerdings musste ich das Konzept ein wenig ändern. Ursprünglich habe ich ja für jeden Tag einen CD-Laden versprochen. Es macht aber wenig Sinn, auch solche Läden vorzustellen, die mich vom Angebot her überhaupt nicht ansprechen. Daher habe ich lieber eine Vorauswahl getroffen (durch eine Indikatorenliste: die Suchkriterien waren fünf von meinen Liebligs-CDs; mind. drei von denen musste der Laden haben). Somit wurde die Zahl der vorzustellenden Shops auf zwölf reduziert. An jedem zweiten Tag wird es also eine Budapester CD-Laden-Vorstellung geben. Und dazwischen könnt Ihr über herrliche Budapester Klubs lesen. Oh jäähh…
Tags: Adventskalender, CD, Laden, Musik
Die Frage hat sich auch bipolar gestellt, bzw. zwei Theatergruppen in Hamburg und in Szentendre. Sie wollen im Rahmen des deutsch-ungarischen Kulturjahres (bipolar ) das 1500 Seiten starke Kultbuch (Bezeichnung bezieht sich auf Ungarn) „Karneval” von Béla Hamvas inszenieren. Komponisten, Theater- und Filmregisseure aus Ungarn und Deutschland werden dazu eingeladen, verschiedene Aspekte des Romans in ihre künstlerische Sprache zu übersetzen.
… fast vergessen. Denkt daran: am 25. November 2006 ist Buy Nothing Da y!
“Am Buy Nothing Day sollte jeder für einen Tag nichts kaufen und sich stattdessen über das eigene Konsumverhalten und das anderer Gedanken machen.”
Mir fehlen jetzt schon paar Dinge, die ich eigentlich schnell noch besorgen wollte. So ein Mist…
Tags: Konsumverhalten
Noch nie von Kiss Erzsi gehört? Kein Wunder, diese phänomenale Sängerin ist leider vorwiegend nur innerhalb der Grenzen Ungarns bekannt. Obwohl sie mittlerweile Vokalistin der Eric Sumo Band ist, und in ihren eigenen Projekten (Egy Kiss Erzsi Zene, K.E. Panchan) auf der von ihr selber erfundenen, internationalen Sprache der Sprachlosigkeit singt, nämlich auf Kauderwelsch. Daher ist ihre Musik durchaus exportfähig – finde ich.
Tags: a38, Budapest, Jazz, Kiss Erzsi, Musik
Muss leider gleich mit einem Bekenntnis starten: ich war nicht dabei. Familiäre Gründe… Wenn man aber auf der Homepage des Schiffes registriert ist, dann kann man max. 3 Karten für ein Konzert reservieren lassen. Die mir zustehenden Karten habe ich noch rechtzeitig abgegeben. Und heute habe ich quasi als Dankeschön einen netten Bericht erhalten. Geschrieben von Bernadetta, polnische Doktorandin in Bp. Danke Ada, habe mich sehr gefreut!
Im Frühjahr erreichte die SZDSZ in den Parlamentswahlen in Budapest 12,5%. Sicherlich fühlte sich Demszky auch durch dieses gute Ergebnis dazu motiviert, sich erneut als OBM zur Wahl zu stellen. In der SZDSZ herrscht die Meinung, dass Demszky „Staat im Staat” ist, sprich: sich nicht unterordnet, sondern selber bestimmt. Kein Wunder: ein Drittel der SZDSZ-Wähler lebt in der Hauptstadt. Man hört immer wieder die Meinung, dass die SZDSZ ohne Demszky „unvorstellbar“ wäre, weil die Partei ohne ihn mit Sicherheit viel weniger Wähler hätte. Er wurde 2004 zu den EU-Wahlen zum Abgeordneten des europäischen Parlamentes gewählt, allerdings gab er seinen Sitz ab, weil er die beiden Posten für unvereinbar hielt. Jetzt sitzt für ihn eine junge liberale Dame im EP. Vor allem unter den 18-25 Jährigen ist die SZDSZ sehr beliebt geworden. Die Gründe dafür sehe ich - neben anderen Faktoren, die aber mit den Fehlern oder Mängeln der anderen politischen Parteien zusammenhängen – eindeutig in Demszky´s bisheriger Politik.
Szeresd Budapestet (Liebe Budapest, als Aufruf) war die Bezeichnung der Ausschreibung, die darauf abzielte, frische Vorstellungen in die Stadtplanung zu integrieren. Wie die Zeitschrift 168 óra berichtete, das Interesse war ziemlich groß. Umso erstaunter war ich, als ich mir ein paar der eingereichten Ideen angeschaut habe. Ich fühlte mich verdammt an eine andere Stadt erinnert. And the mane of the city: London. Fußgängerbrücke, riesige Skulpturen über dem Fluss (gibts auch in Berlin, ich weiß), Neonleuchte etc… Hoffe, dass das Einfallvermögen der jungen ungarischen Stadtplaner und Designer größer ist als das, was hier präsentiert wird.
Tags: Budapest, Designe, Stadtplaner
Auf allseitigen Wunsch werde ich es versuchen, den seit 16 Jahren ununterbrochen amtierenden OBM der ungarischen Hauptstadt vorzustellen. Kenne naemlich keinen anderen OBM einer europaeischen Hauptstadt, der so lange sein Amt inne haette… Parteien kommen und gehen, Demszky haelt aber die Zügel fest in seinen Haenden. Grund genug, um ihn und seine Politik naeher kennen zu lernen.
Immer mehr Poltiker bloggen, kein Wunder, wenn Margot Wallström, Kommissarin für EU-Kommunikation (frühere Umwelt-Kommissarin) dies auch tut. Durch Zufall bin ich auf ihrer Seite gelandet. Sie erzaehlt in einem Beitrag , dass sie vor Kurzem Madeleine Albright, ehem. Chefin der US-Aussenpolitk, zum Abendessen zu Gast hatte. Privatsache, könnte man sagen, die Frage ist bloss, ob ihr als Politikerin solche Geschichtchen/Offenbarungen vom Schaden oder vom Nutzen sind. Interessant fand ich die Kommantare, die dem Beitrag folgten. Hier mal ein kurzer Auszug:
Ferenc Puskás, Namensgeber des größten Stadions Ungarns und Fußballnationalheld, ist heute früh verstorben. Puskás führte zwischen 1950 und 1954 die ungarische Fußballnationalmannschaft als Mannschaftskapitän an. Höhepunkte seiner Karriere waren sicherlich der Sieg im Jahrhundertspiel 1953 gegen England und die Weltmeisterschaft 1954, als Ungarn gegen Deutschland um den goldenen Pokal speilen durfte – und mit 2:3 geschlagen wurde.
Tags: Fußball
Gespräch im Bus, zwei junge Polizisten in Zivil:
A: Hier, vor dem Parlament hatten wir Einsatz am 23. Oktober. Jetzt werde ich aber wahrscheinlich nach Veszprém versetzt, wo das ganze Theater vorbei ist.
B: Woher weißt du das?
A. Der Kapitän meinte.
B. Aha
Tags: Demo, Demszky, Homosexualität, Polizei
Hach, wie schön. Endlich ist es soweit: die ersten Klagen gegen „Borat“ stehen vor der Tür. Dass der Fiml politisch unkorrekt ist, ist ja noch harmlos. Die Roma des rumänischen Ortes Glod finden aber, dass den Darstellern, die im Film als „pferdeurintrinkende, inzestuöse und unzivilisierte Menschen“ gezeigt werden (Zitat nach gmx , sorry), vor den Dreharbeiten erzählt wurde, dass es sich hier um einen authentischen Dokumentarfilm handeln würde. Klasse! Weiß gar nicht, ob man jetzt den Borat-Machern zum ccolen Trick, oder den Roma zur herrlichen Idee zu einer üppigen Entschädigung gratulieren soll.
Tags: Borat
Ein interessante Diskussion scheint sich mit budapesti über Juden in Budapest, ausländische Investoren und Rechtsradikalismus entfalten. Hoffe, dass wir uns noch lange unterhalten werden. Mehr dazu unter den Kommentaren zum Beitrag zum 23. Oktober und was seitdem passiert ist .
Tags: Juden, Kapitalismus, Rechtsradikalismus
“Wo kommen Sie eigentlich her? Was höre ich da für einen Akzent? Wenn man anders spricht, als die meisten Grazer*, dann wird man so etwas ziemlich häufig gefragt. Ich ertappe mich dabei, dass ich da manchmal leicht mürrisch reagiere. (…) Nein, benachteiligt fühle ich mich gar nicht. Ich fände es nur einfach toll, wenn mal jemand meinen Akzent einfach überhören würde. (…) Natürlich weiß ich, dass ich woanders herkomme. Dass man das nie los wird und dass man sich auch gar nicht schämen muss. Aber manchmal möchte man ja einfach nur so etwas sagen. Einfach so, ohne gewissermaßen den Reisepass vorzuzeigen. (…)
In anderen Ländern wie den USA, Großbritannien oden den Niederlanden gehört es zur Kultur, bestimmte Unterschiede zu ignorieren. Man fragt nicht: Was ist das für Akzent? Als ich das noch nicht wusste, habe ich einmal einen alten Zeitungverkäufer in San Francisco gefragt, ob es aus Russland kommt. “Ich bin länger in diesem Land als du auf der Welt!” hat er zurückgebellt. (…)
Manchmal, scheint es, muss man ein bisschen weghören, um besser verstehen zu können.”
Tags: Ausländer, Österreich
Von meinen demofreudigen Dresdener “Spionen” wurde ich so informiert, dass heute in der sächsischen Hauptstadt demonstriert wurde. Der Landtag will nämlich die Mittel für Privatschulen deutlich kürzen, was manchen betroffenen Schülern und Lehrern - sehr richtig - nicht gefällt. Ich finde auch, dass Sachsen viel mehr als bisher in die Bildung und Forschung investieren sollte, anstelle von Kürzungen. Daher: hiermit sende ich meine seelische Unterstützung nach Dresden!! It takes a revolution to make a solution…
Ausland: Auf der Fidesz-Kundgebung am 23. Oktober war auch Wilfried Martens, ehem. Belgischer Ministerpräsident, anwesend und hielt eine Rede. Seine Worte: Der ungarische Wirrwarr sei wegen eines Menschen entstanden, der das Land in eine moralische und politische Krise geführt habe. Rasmussen, Chef der europäischen Sozialisten, fand, dass Martens mit seiner Rede versucht hätte, sich in die ungarischen innenpolitischen Angelegenheiten einzumischen…
Tags: No Tags
Ihr dürft raten, wer dieser nette junge Mann auf dem Foto ist. Ja, ja, gut geraten: Joschka Fischer. Wie ich es heute erfahren habe, seine Eltern wurden 1946 aus ihrem Heimatort bei Budapest vertrieben. Joschka ist in Ungarn geboren! Ich gehe weiter: Joschka ist ein Ungar!!! Joschka ist unser!!!
Tags: Fischer, Ungarndeutsche
Jan Cvitkovic ist der Regisseur des jungen slowenischen Filmes, der vergangene Woche den Hauptpreis des 2. int. Filmfestivals in Pécs/Fünfkirchen (wird 2010 gemeinsam mit Essen europäische Kulturhauptstadt) gewonnen hatte. Über den Film habe ich in mehreren Zeitungen gelesen, dass er lustiger als eine Komödie und härter als ein Drama sei. Ich habe mich zwar im Kino nicht kaputtgelacht, an manchen Stellen musste ich aber zum alten Trick greifen und mein Halstuch vor die Augen halten. Man gewann in die Alltage eines kleinen slowenischen Dorfes Einblick, wo die Unglücklichen ihr Glück finden, die viel versprechenden Beziehungen aber bitterböses enden. Die Botschaft des Filmes ist eigentlich die Stärke der Liebe, das kommt aber auf keinen Fall schleimig rüber. Selbst der übersechzigjährige Opa, der „selbstmordsüchtig“ ist, findet neue Liebe auf dem Krankenhausbett, was kann man aber tun, wenn die Liebste von drei Männern vergewaltigt und ihr dabei ein hunderter Nagel in die Hände gehämmert wird? Die Auflösung des Rätsels erfährt man in den Kinos.
Tags: Festival, Film, Gravehopping, Pécs
Das Familienprojekt und Roma-Band Karaván Familia hat auf dem Eurovision Festival der auf Minderheitensprachen singenden Bands in Schweden den dritten Preis gewonnen. 60 Bands wurden nominiert, die Karaván Familie hat mit einem Lied die Bronzemedaille gewonnen, das von der teenageraltrigen Tochter, die Zahnspange trägt, gesungen wird. Das Familienprojekt gibt’s erst seit 2004, ihre erste CD haben sie in diesem Jahr mit Boban Markovich aufgesungen. Der Familienvater hat als einziges Bandmitglied längere Erfahrung im musikalischen Bereich: er spielt schon seit fast 20 Jahren in unterschiedlichen Romabands mit. Anfangs war er ein Mitglied in der Band Rimanyi Rota, später machte er ein gemeinsames Projekt mit dem mittlerweile weltweit bekannten Zimbalisten Kálmán Balogh auf.
In Budapest ist es kalt. Ab heute wird auch bei mir geheizt, den Stichtag vom 1. November habe ich mir noch in Leipzig angewöhnt. Pünktlich zur feierlichen Eröffnung meiner Heizsaison wurde der Gaspreis erhöht: man bezahlt in Ungarn etwas über 8% mehr für das Gas als im Vorjahr. Herr Ober, noch einen heißen Tee bitte!
In den vergangenen drei Tagen sind schon vier Obdachlose in Budapest erfroren. Wer in den vergangenen Jahren in Budapest war, der weiß, dass die Obdachlose vom Stadtbild nicht mehr wegzudenken sind. Vor allem wenn das Wetter kälter wird ziehen sie in die Unterführungen. Im Sommer habe ich einen Obdachlosen regelmäßig bei Joggen getroffen: er wohnte unter einem größeren Busch im Stadtwald… Die Zahl der Budapester Obdachlose wird auf 3000 geschätzt. In die Obdachlosenunterkünfte wollen sie nicht, weil sie dort von anderen Obdachlosen beraubt und geschlagen werden. Jährlich erfrieren 300-350 Obdachlose auf den Budapester Straßen. Nachts sind ca. 80 Streetworker unterwegs, die ihnen Tee und Medikamente bringen, und wenn sie ihren Zustand lebensgefährlich einschätzen, dann Krankenwagen rufen.
Tags: Obdachlose, soziales Netz
Die ungarische Nationalbank ließ anlässlich des 50. Jahrestages der Revolution 1956 neue 500 Forint-Scheine drucken. Denkt also nicht, wenn Ihr Geldscheine wie auf dem Foto bekommt, dass es Falschgeld ist. Ich würde eher raten, den Geldschein aufzubewahren, soll angeblich wertvoll sein. Die Festscheine wurden in einer Auflage von 10 Millionen Stück gedruckt: für jeden ungarischen Staatsbürger ein Geldschein… Ist doch eine nette Geste, oder? Ich höre schon Stimmen flüstern, dass sich manche dadurch zum Nationalismus angefeuert fühlen können…
Dear Rene,
let me inform you about a poster show to the memory of the 1956 Revolution in Hungary. (…) 40 Hungarian and Polish designers made posters for the event.
Tags: 1956, Ausstellung
Das nenne ich fulles Abendprogramm:
Welttag des Animationsfilmes, kostenlose Filmvorführungen im Haus der Zukunft
19.00 Uhr
Magia Russica (russisch-israelischer Dokfilm, 2004.)
Regisseur: Yonathan & Masha Zur
Über die Meister der russischen Animation, Khitruk, Norstein, Bardin.
20.45
Neue französische Animationsfilme, Auswahl durch ASIFA France
Ein Programmtipp für morgen:
Besh o droM, Napra und DJ Kieslowski auf dem Schiff A38. Diese Gelegenheit würden sich viele deutsche DJ-s bestimmt auch wünschen… Hoffentlich wird der morgige Abend der Auftakt für viele weitere schöne Veranstaltungen, die man in der Zukunft in Budapest erleben wird.
Zum fünften Mal hat die Organisation „Reporter ohne Grenzen “ eine Rangliste zur weltweiten Situation der Pressefreiheit veröffentlicht. 166 Ländern wurden zwischen September 2005 und August 2006 ausgewertet. Die Menschenrechtsorganisation hat sich mit 50 Fragen in den jeweiligen Ländern an ihre Partnerorganisationen, ihr Korrespondenten-Netzwerk und an Journalisten, Juristen und Menschenrechtler gewandt. Ungarn ist auf Platz 10. Vor dem Hintegrund der politischen Krise im Lande und der Dauerdemos bekommt so ein Bericht eine interessante Gewichtung.
Tags: Pressefreiheit
Ungarn hat es wieder auf die erste Seite unterschiedlicher deutscher & internationaler Zeitungen und Pressemedien geschafft. FAZ , TAZ , gmx , spiegel.de etc.
Tags: Aufstand, Demonstration, Politik
Stichelei, Tränengas, Barrikaden und diplomatische Hoheiten – Momentaufnahme aus einer Stadt, die wieder unter Ausnahmezustand ist. Heute feierte Ungarn den 50. Jahrestag des Aufstandes 1956. Die Revolution war damals die Antwort auf zehn Jahre Terror unter dem Sowjetstern. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Ungarn von Stalin exemplarisch bestraft, weil das Land an der Seite Hitlers gegen die Sowjetunion kämpfte. Unter Mátyás Rákosi wurde aus Ungarn ein Straflager, bewacht von der berüchtigten Staatssicherheit ÁVH. Folterungen, Schauprozesse, Unterdrückung jeglicher Form der Opposition, Hinrichtungen, Deportationen kennzeichneten die Jahre nach dem 2. Weltkrieg. 1953 starb Stalin, danach entspannte sich die Lage ein wenig auch in Ungarn. Chruschtschow ließ Rákosi nach Moskau ausflogen und die oppositionellen Kräfte nutzten den Sturz Rákosis zur Mobilisierung ihrer Kräfte – sicherlich beflügelt vom Umsturz in Polen, wo Gomulka am 21. Oktober 1956 den „polnischen Weg des Sozialismus“ verkündigte.
Cinetrip hat sich mit den außergewöhnlichen Cinetrip-Badepartys einen Namen gemacht, die zwischen 1998 und 2005 im Thermalbad Rudas stattfanden. Nach der Sanierung des Bades sowie dem Konkurs der Veranstalter hörte man selten von Cinetrip. Jetzt scheint das Rad wieder ins Rollen zu kommen. Auf den Cinetrip-Partys spielen normalerweise die DJ-s die Hauptrolle, hinter ihnen stehen aber immer VJ-s, die mit ihren tollen Installationen die rein musikalischen Erlebnisse in herrliche Videoabende verzaubern. Am Mittwoch sind diese projizierenden „Hintergrundmenschen“, die sich sonst auf den Partys kaum erblicken lassen, „sichtbar geworden“, und wetteifern um den Cinetrip VJ Preis. Mittwoch und Donnerstag waren Fachtage, am Freitag wurde aber die Cinetrip-Fahne gehisst und seitdem kann man abends die audiovisuellen Meisterwerke der neuen Generation in- und ausländischer VJ-s bewundern.
Heutet startet die junge rumänisch-ungarische Band NU aus Timisoara ihre zweite Tour 2006 quer durch Dtl. Hier die Termine:
18.10. Stuttgart, Wägele , Nordbahnhofstr 153
19.10. Duisburg, Djäzz-Jazzkeller
20.10. Dortmund (private Show, bitte persönlich Kontakt aufnehmen)
21.10. Kassel - Free Flow Festival
22.10. Kassel - Free Flow Festival
23.10. Berlin - wallywoods.com , Christinen Str.34, Ecke Fehrbelliner
25.10. Leipzig - nochbesserleben
Gestern habe ich mal zufällig auf der Homepage des freien Radios Tilos in den Chat reingeschaut (tilos.hu/ ) und bin fast vom Hocker gefallen, als ich den Satz gelesen hatte: alle Zigeuner sollen verrecken, geschrieben mit lauten Kapitalbuchstaben, mehrfach wiederholt und geschnörkelt. Habe schnell die Beiträge davor durchgelesen. Jemand hat die Kurzinfo notiert, dass im Osten Ungarns, Nahe der ukrainischen Grenze, ein Ungar mit seinem Auto ein Roma-Kind überfahren hatte, das dabei leicht verltzt wurde. Die Roma sind daraufhin zum Haus des Ungares gezogen und haben ihn dort vor den Augen seiner Kinder tot geprügelt. Auge für Auge halt.
Bulgarien bleibt für mich das Land der Gegensätze. Als ich vor drei Monaten das Land zum ersten Mal besucht hatte, schlief ich als Backpacker in billigen Youthhostels in Achtmanzimmern. Diese Woche hatte ich meine Unterkunft in einem vier-Sterne-Wellness-Hotel, und den Freitag verbrachte ich gar im Grand Hotel Sofia. Da lernt man natürlich sehr unterschiedliche Seiten einer Stadt kennen, und es dauert ein wenig, bis man hinter den schicken Kulissen das wahre Gesicht eines Landes wiederentdeckt.
Tags: Bulgarien, Reiseführer
Wahrscheinlich wurde in der deutschen Presse viel schneller und intensiver über den mysteriösen Tod der russischen Journalistin Anna Politkowskaja berichtet als in Ungarn, mich erreichte die traurige Nachricht erst gestern. Ich bin schockiert und frage mich, wie so etwas möglich ist? “Nowaja Gaseta” schloss nicht aus, dass Politkowskaja Opfer eines Giftanschlags wurde, sie trank ja auf dem Weg nach Beslan im Flugzeug eine Tasse Tee, wonach sie die Besinnung verloren hatte. Die Frage liegt auf der Hand, ob jemand versucht hatte, ihre Vermittlung über die Geiselnahme im Beslaner Theater Doubrovka zu verhindern?
Ein anderer Journalist, Andrei Babitski, der auch nach Beslan wollte, wurde verhaftet und sitzt noch im Gefängnis.
Tags: Journalismus, Russland
Bin wieder zurück aus Bulgarien. Mein Kopf ist noch etwas schwer, werde wahrscheinlich wieder einige Tage (und viele Stunden in der Schwimmhalle) brauchen, um die vielen Eindrücke aufarbeiten zu können. Bericht folgt aber auf jeden Fall.
Fukkle berichtete vor kurzem in seinem Blog über Borat, die kasachische Komikfigur, gespielt von Sacha Baron Cohen. Den Film “Borat: Cultural Learnings of America for Make Benefit Glorious Nation of Kazakhstan” habe ich noch nicht gesehen, kommt ja erst in November in die Kinos. Cohen arbeitet aber bereits seit fast zehn Jahren für den britischen Fernsehsender Channel 4 und macht sich als albanischer oder neuerdings als kasachischer Journalist über verschiedene Themen lustig - unter anderen über Kasachstan selber, zumindest in dem kurzen Ausschnitt, den ich mir im Internet angeschaut hatte. Habe mich eher geärgert als amüsiert…
Tags: Medien
Am 4. Oktober gaben der amerikanische Pianist Uri Caine und seine mit Balogh Kálmán ergänzte Band ein phänomenales Konzert im Budapester Kult(ur)zentrum Trafo. Im Mittelpunkt des Jazzkonzertes stand Bartók. Weitere Besonderheit des Konzertes war, dass die Performanz insgesamt nur zweimal zu hören ist: ein paar Wochen nach der Aufführung im Trafó in New Yorker Symphony Spa.
Lotti on tour, autumn 2006
- The dates -
9-12. October 2006: Sofia, MACE conference
26. October 2006: Labatlan/Ungarn, Akademie d. Wiss., Tagung
10. November 2006: Leipzig, Uni, ZHS
16. November 2006: Budapest, SLYFF-conference
Tags: Lotti
An manchen Tagen wünscht man sich, mann könnte zumindest für ein paar Stunden irgenwo anderswo sein. So geht es mir, wenn ich an den 5. Oktober denke. Da wäre ich gern in Leipzig. Der Grund sind die Leipziger Jazztage. An dem Abend wird die polnische Band Skalpel feinsten Jazz im Polnischen Institut spielen. Diese Musik ist Elixier für die Seele aller ermüdeten Wanderer…
Der Wahlsieger der Kommunalwahlen 2006 in Ungarn ist eindeutig die bürgerlich-konservative Partei Fidesz mit über 45% der Stimmen. Die Sozialisten erreichten 36,36%, und die Liberalen 13,64%. Alle 19 Komitate (quasi-Regionen) gehen an die Konservative! Vor den Wahlen schloss Fidesz mit den Christdemokraten ein Wahlbündnis ab. Dies, sowie die Geschehnisse der vergangenen Wochen können als Hauptursachen der erdrutschartigen Niederlage der Sozialisten angesehen werden.
Tags: Kommunalpolitik
Schaut man sich die Wahlergebnisse der heutigen Nationalratwahl in Österreich an, kriegt man schnell Gänsehaut. Zwar ist der Wahlsieger eindeutig die SPÖ, die die Kanzlerpartei um eine hauchdünne Mehrheit überholt hatte und sich damit über einen Regierungswechsel freuen kann. Die FPÖ platzierte sich aber mit über 11 Prozent auf Platz 3, vor den Grünen! Das BZÖ verfehlte das Direktmandat in Kärnten, schafft aber wahrscheinlich den Einzug in den Nationalrat.
Tags: Ausländerfeindlichkeit, Österreich
Wie FAZ von heute berichtet, das Prager Forschungsinstitut für Arbeit und Soziale Angelegenheiten hatte neulich eine Vergleichsstudie zur Migration und Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften veröffentlicht. In der Studie wird der Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften in unterschiedlichen „alten“ Mitgliedstaaten der EU mit dem in der Tschechischen Republik verglichen und festgestellt, dass die Branchen, in denen in Tschechien die Nachfrage an qualifizierten Arbeitskräften das Angebot übertrifft, die gleichen sind wie in den Mitgliedstaaten der EU-15. Gesucht werden Wissenschaftler, IT-Experte und Ärzte. Da die Löhne nicht komparabel sind, kämpft Tschechien bereits gegen Fachkräftemangel.
Die Politiker in Tschechien haben bereits erste Lehren aus den veränderten Bedingungen gezogen und sind bemüht, qualifizierte ausländische Arbeitnehmer nach Tschechien zu locken. Allerdings beschränken sie die erleichterte Administration nicht auf bestimmte Berufsgruppen, die Anwärter werden nach Herkunftsland sortiert. Ob das nicht diskriminierend ist?? Außerdem sehe ich da keinen großen Unterschied zu den bisherigen Methoden.
Tags: EU, Wirtschaft
Kurze Erinnerung: Yonderboi gastiert diese Tage in Dtl. Falls jemand eins der sechs Konzerte besucht hatte, und Lust hat, in paar Zeilen zu berichten, ich würde mich sehr freuen. Hier nochmal die Konzertdaten (thanks Kukuruz):
26.9 Bonn (Klangstation)
27.9 Frankfurt (Cooky’s)
28.9 Dortmund (FZW)
29.9 Bremen (Radio Bremen)
30.9 Berlin (Maschinenhaus)
1.10 München (Kranhalle)
Der bislang größte Protest gegen die ungarische Regierung wird fortgesetzt. Zumindest bis zum Tag der Kommunalwahlen am 1. Oktober. Auf dem Kossuth-Platz vor dem ungarischen Parlament herrscht mittlerweile eine Art Volksfeststimmung: tagsüber sitzen vorwiegend ältere Menschen auf Campinghockern vor dem prächtigen Bau, am Nachmittag kommen Familien mit Kindern und Fahnen in der Hand, und der Abend gehört dann „dem harten Kern“ in Schnürstiefeln und Uniform. Demonstriert wird seit Montag vergangener Woche, als die Rede des Ministerpräsidenten Gyurcsány bekannt wurde, in der er seine Parteifreunde mit obszönen Worten zu Taten zu motivieren versuchte – zumindest in meiner Interpretation. Eine andere Version lautet: Gyurcsány habe im Mai offen zugegeben, dass er die Ungarn vor seinem Wahlsieg im April bewusst über die schwierige Haushaltslage im Unklaren gelassen habe. Die Opposition verlangt Gyurcsánys Rücktritt.
„Leipzig war die große Welt für mich, schon als Kind. Hier herrschte ein ganz anderes Klima als in Aschersleben, wo ich aufgewachsen bin. Die Stadt hatte auch in diesem vorgerückten Verfallsstadium den Charme einer großen alten Dame, die bessere Zeiten erlebt hatte. (..) Es ist der Ort der Konzentration und der Inspiration. Mir wachsen hier die besten Einfälle zu. Der Ort weist die rechte Mischung auf, zwischen Dissonantem und Harmonischem, Feinverschmirgeltem und Brüchigem.“
Out now:
BalkanBeats volume 2
“Die Reise geht weiter.”
Zu meiner größten Freude mit Mitsoura, !DelaDap, Besh o droM u.v.m.
Seit Sonntag verharren hartnäckige Demonstranten vor dem ungarischen Parlament, die den Rücktritt des Regierungschefs Gyurcsány verlangen (mehr dazu im Beirag “Gyurcsány-Skandal: der schimpfende Ministerpräsident” vom 18. September). Der Präsident der Republik Sólyom reagierte am Tag davor auf die Petition der Oppositionsparteien Fidesz (Konservative) und KDNP (Christlich-Demokraten), in dem sie die Abwahl des Ministerpräsidenten forderten, mit der Erklärung, dass dies nicht möglich sei, weil der Regierungschef und die gesamt Regierung dem Parlament und nicht ihm verantworten. Allerdings beteuerte er, dass er die Vorgeschehnisse für einen moralischen Skandal hält.
„Wir haben in vier Jahren überhaupt nichts gemacht, in den letzten anderthalb Jahren dann ununterbrochen gelogen“, „Scheiß Ungarn“, „Hurenland“ - so Ministerpräsident Ferenc Gyurcsány Ende Mai wörtlich vor der Parlamentsfraktion der Sozialisten am Plattensee unmittelbar nach seiner Wiederwahl. Die im geschlossenen Kreis gehaltene Rede wurde am Wochenende in mehreren landesweiten Tageszeitungen und sonstigen Medien veröffentlich und sorgte für eine landesweite Aufruhr.
Der Name der rumänischen Ortschaft Rosia Montana (ung. Verespatak) dürfte spätestens seit dem Dokumentarfilm New Eldorado (Tibor Kocsis, Ungarn, 2004) bekannt sein. Die kanadisch-neuseeländische Firma Rosia Montana Gold Corporation will an den Schatz heran, auf dem die 2500 Einwohner des Karpatendorfes sitzen, das in einem Hochtal inmitten von Laubwäldern und blumenreichen Wiesen gelegen ist. Es sind angeblich die größten Goldvorkommen Europas.
Tags: Dokfilme, Greenpeace, Umwelt, Verespatak
Dort draußen steht immer noch ein Feind
(G.W. Bush im Interview mit Wall Street Journal)
Kann mir bitte jemand den Sinn eines Hitler-Blogs erklären?!?
www.taz.de/blogs/hitlerblog/
Tags: Blog
Wo kommt diese Stimme her? Sie singt, als ob sie eine volltönende Höhle irgendwo zwischen Lunge und Rachen in ihrem Körper hätte. Ihre Stimme ist stark, man hört auch das gut, was sie ohne Mikro sagt, ihr Gesang klingt tief, rund und samtig. Irgendwie edel. So schön, dass man gleich Gänsehaut kriegt.
Gespräch unter Soziologie-Studenten:
Regine: Wenn ich zum Thema Flüchtlinge in Deutschland arbeite dann kann ich
keine 150 Sprachen [lacht] lernen, um mit allen in ihrer Sprache zu sprechen,
sondern . . . das is n anderes Thema das nichts damit zu tun hat, dass ich gern
(ne ) Sprache(n) lerne.
Alex: Aber ich finde, man muss dann schon mal anfangen, die Menschen, die
hier immer begrifflich über einen Kamm geschoren werden, des ein bisschen
aufzusplitten. . . . Die Mehrheit der Migranten äh Migrantinnen in der BRD, die
sprechen ziemlich gut deutsch, die arbeiten leben usw. nichtsdestotrotz [Unterbrechung]
Birgit: (. . . und schreiben . . .) Doktorarbeiten.
Alex: Bitte?
Birgit: Schreiben Doktorarbeiten.
Alex: Hm?
Birgit: Die schreiben sogar Doktorarbeiten.
Alex: Ja.
Birgit: Die schreiben sogar Doktorarbeiten.
[Lachen]
Tags: Ausländerfeindlichkeit, soziologie
Vergangenes Wochenende wollte ich eigentlich nach Guca reisen. Guca ist eine serbische Kleinstadt, drei Stunden Zugfahrt von Belgrad aus entfernt. Warum ich da hinwollte? Erstens um mal zu erfahren, ob die Serben wirklich die größten Rebellen Europas sind (:-), zweitens – und dies war der eigentliche Grund – findet in Guca jedes Jahr ein mehrtägiges Blasmusikfestival statt, mit viel Balkanmusik und ca. 20.000 Zuhörern. Allerdings ist mein Plan gescheitert, nicht zuletzt weil ich mir erst am Tag des geplanten Reisebeginns ein Busticket kaufen wollte. Natürlich war da bereits alles ausverkauft…
Das Wort “taxidermy” kannte ich früher nicht, und hatte daher absolut keine Vermutung, worum es im zweiten Film des jungen ungarischen Regisseurs György Pálfy gehen wird. Da ich mir Hukkle (seinen ersten Film) vor lauter Begeisterung mindestens fünfmal angeschaut hatte, ich war voller positiver Erwartung. Und ich wurde nicht enttäuscht. Meine Damen und Herren, liebe Leserschaft, der Film Taxidermia ist meiner subjektiven Meinung nach der radikalste, provokativste ungarische Film der vergangenen Jahre. Nicht (nur) politisch, vielmehr gesellschaftskritisch.
Tags: Film, Taxidermia
Eine Rezension des Filmes Taxidermia folgt hier bald. War eindeutig der beste Film, den ich in den vergangegen fünf Jahren gesehen habe. Wenn auch von manchen Inhalten her etwas hart… Musste meinen Pullover häufig vor meine Augen halten (läuft mit Alterbegrenzung, ab 18).
Tags: Film, Taxidermia
Am Wochenende ist György Faludy, ungarischer Dichter, Schriftsteller und Philosoph, im Alter von 95 Jahren verstorben. Mit ihm wird ein Stück ungarischer Literaturgeschichte begraben. Er war Zeitgenosse und guter Freund des Dichters Attila József und des Schriftstellers Frigyes Karinthy, und auch mit 90 Jahren konnte er, seine geistige Frische bis zum letzten Tag bewahren, so lebhaft über ihre gemeinsamen Erlebnisse in den Budapester Kaffeehäusern erzählen, wo sie als Zwanzigjährige in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg „bettelarm aber dennoch glücklich“ ihre dichterische Ader trainierten, dass man das Café New York und die jungen Künstler vor seinen geistigen Augen sah.
Der erste unabhängige Radiosender Ungarns „feierte“ vor Kurzem sein 15jähriges Bestehen – in Anführungszeichen, weil es eigentlich gar keine richtige Feier gab, bis auf eine solide Party an einem Sonntag tagsüber (!) irgendwo im Norden der Stadt Budapest. Unübliche Feier für ein Radio, welches Dutzende von DJs „erzeugte“, die seitdem das Profil des Radios und das Budapester Nachtleben prägen. So widersprüchlich das Umgehen mit dem Selbstfeiern der Tilosmacher zu sein scheint, genauso widersprüchlich wird das Radio von Hörern, kommunalen und Landespolitikern, Medienleuten und Aufsichtsbehörden beurteilt. Viele behaupten, es sei eigentlich ein Wunder, dass es Tilos noch gibt… Folgender Beitrag soll ein Zeichen meiner Achtung gegenüber Radio Tilos sein.
Smalltalk im Lebensmittelladen
Kundin: Führen Sie gar keinen ungarischen Semmelbrösel mehr?
Verkäuferin: Doch, normalerweise haben wir zwei Sorten: ungarisch und slowakisch. Bloß jetzt ist die ungarische Sorte ausgegangen.
Kundin: Ja, gestern wollte ich auch schon ungarischen Semmelbrösel kaufen, der war aber alle. Den slowakischen habe ich nicht gekauft.
Verkäuferin: Das verstehe ich, sie hassen uns ja. Ich weiß gar nicht, warum wir noch slowakischen Semmelbrösel führen.
Tags: Ausländerfeindlichkeit
I. Persönlicher Teil
(wird nicht weiter thematisiert)
II. Universaler Teil
II./A Die Irrwege
1 Der primitive Irrweg
a. Befriedigung der Lustorgane
Tags: Philosophie
Vom 8. bis10. September findet im Dresdener Schloß Nickern die 2. internationale Konferenz der mittel- und osteuropäischen independent Musik “Storm of Change ” (unter diesem Link auf Storm of Change II klicken) statt.
Ich schwöre Euch, das hier wird mein letzter Beitrag zum Sziget Festival. Eins muss ich aber noch loswerden.
Tags: Sziget
Während eines Fußballspieles in der slowakischen Banská Bystrica wurde ein 11 Meter langes Transparent mit der Aufschrift „Tod auf die Ungarn!“ aufgezeigt. Drei Männer wurden daraufhin festgenommen. Die Anklage lautet: rassistische Hetzerei.
Tags: Ausländerfeidlichkeit, Politik, Slowakei, Ungarn
Schon mal mit den Bandmitgliedern von Nouvelle Vague auf einer Party getanzt? Mir war es gestern gegeben, Dank Stella Artois – einem Bier, das ich nie richtig mochte. Da aber gestern alles kostenlos war, na ja, habe Kopfschmerzen.
Tags: DJs, Konzert, Musik, Nouvelle Vague
Der Sommer nähert sich langsam zu seinem Ende. Das habe ich gestern mit allen Sinnesorganen zum Spüren bekommen. Es war bereits dunkel als ich kurz nach 20 Uhr zu einem Konzert aufbrachte. Meine Stimmung war dementsprechend trüb als ich auf dem Schiff A38 ankam. Nur wenig half der Gedanke, dass es im Hangar immer dunkel ist, egal ob draußen die Sonne scheint oder der Winter tobt. Ich habe mich mit einem starken koffeinhaltigen Erfrischungsgetränk getröstet, und nachdem ich auch noch ein mentholgrünes Promogetränk hinterher gekippt hatte, ging´s mir besser. Keine Ahnung was das war, auf jeden Fall etwas ohne Alkohol.
Wie soll ich Manamana vorstellen? Versuchen wir es so: Manamana war ursprünglich eine Sendung auf Radio Tilos, die sich mit der Zeit “zu einer Institution ausgewachsen hatte”, sprich: Manamana steht mittlerweile auch für ein Restaurant, für Musikrezensionen, für Dj-Sets etc. Manamana ist auch eine sehr informative und schön gestaltete Website zu den happenings der Musikszene in Budapest („schizoide Wanderung im dub, easy-listening, jazz, electronica, hip-hop, broken beat und house Vieleck“). Hinter Manamana stehen Djs wie Nafta und Suefo.
Endlich was Anständiges auf dieser Blogseite: Ich darf Euch die Buchrezension von Eastenders zum Buch von Chico Buarque “überreichen”! Cool.
Mein Dank gilt dem Verfasser für die freundliche Genehmigung zur Wiedergabe :-)
Scheinbar wurde auch in der deutschen Presse über das Unwetter am Nationalfeiertag in Budapest berichtet. Da ich mehrere Mails bekommen habe, hier mal ein kurzes Lebenszeichen: Es war schon krass, war oben auf der Burg, stand Gott sei Dank direkt neben der Seilbahn, das Einlasshäuschen blieb zwar zu, wir waren aber wenigstens geschützt. Neben unseren Köpfen flogen große Plastikteile und Holzbretter vorbei, die provisorischen Holzhäuschen der Handwerkermesse, die tagsüber im Burgviertel stattfand, zeigten sich nicht besonders stabil. Kinder, Frauen schrieen (ich nicht, bin ja eine Powerfrau ;-)), ein wenig Angst um unser Leben hatten wir aber denke ich alle…
Tags: Unwetter
Wer jetzt die Möglichkeit hat und den ungarischen Fernsehsender MTV 1 empfangen kann, der kann sich bis 23:40 Uhr ein Lajkó Felix Konzert anhören. Lajkó spielt vor dem ungarischen Parlament, morgen ist ja Nationalfeiertag in Ungarn. Lajkó ist ein virtuoser Geigenspieler, Wahnsinn, wie schnell er den Bogen bewegen kann. Im Hintergrund spielen kaum andere Instrumente, manchmal eine andere Geige oder Kontrabass, sonst hört man nur Lajkó und seine Geige. Schön.
Vor kurzem habe ich das Buch „Katikas Zigeunerleben“ (ung.: Katika cigányélete) von Tristan Schwartz gelesen. Geniales Buch! Es handelt sich um die Frau, die im Budapester Kultrestaurant „Fözelékfaló“ (dt.: Eintopffresser) den Abwasch macht. Ihr Leben hat sie dem Koch erzählt, dem es so gefiel, dass er alles aufzeichnete. Katika ist vor ca. 60 Jahren im Osten Ungarns in einem Zigeunerdorf geboren und aufgewachsen. Ihr Schicksal besiegelte sich praktisch mit ihrer Geburt: zuerst verwaist sie (ihre Mutter starb Anfang Dreißig an Hämorrhoidenerkrankung – heute könnte diese Krankheit auch von einer Krankenschwester erfolgreich behandelt werden, sie bräuchte nicht mal eine ärztliche Untersuchung), dann landet Katika wegen Diebstahl bereits als Minderjährige im Gefängnis. Ihre Lebenslust lässt sie aber nicht im Stich, gleich nach ihrer Freilassung verliebt sie sich in einen schneidigen ungarischen Autodieb. Ihr gemeinsames Leben gestaltet sich ziemlich wild, sie treffen sich vorwiegend nur zu Besuchzeiten in unterschiedlichen Gefängnissen, Katikas Mann verbringt ja mehr Zeit hinter Gitter als auf freiem Fuß. Trotzdem fühlt sich Katika glücklich, adoptiert (stiehlt?) ein Kind da sie kein eigenes haben kann und träumt vom Reichtum, was sie gleich mit ihren Verwanden und Freunden vom Zigeunerlager teilen würde…
Tags: Bücher
Lese gerade den Beitrag von kukuruz auf der Seite forum.laut.de/showthread.php?p=1423945post1423945
und frage mich kopfschütteld, wo ich wohl den Samstag verbracht habe? Wo war ich denn als Oi Va Voi und Karandila gespielt haben?!
Als ich gestern Abend versucht hatte, mit zwei Bekannten ein genießbares musikalisches Programm in der Stadt zu finden, ist es uns aufgefallen, dass Budapest zwar noch von Festivalbesuchern wimmelte, kein Klub aber aufhatte. Eric Sumo hat ja seine DJ-Session auf dem Schiff abgesagt, und ich habe nach ausführlicher Recherche nur ein Jazzkonzert von Musikakademie-Studenten als alternatives Abendprogramm gefunden, allerdings im Zöld Pardon Szeparé, wo man nur als Mitglied Eintritt hat. Mitgliedschaft zu beantragen dauert ein bis zwei Wochen lang, d.h. dieses Konzert war eigentlich auch keine Alternative. Wir sind in irgendeinem x beliebigen Restaurant in der Innenstadt gelandet, und waren nicht die einzigen, die noch Sziget-Bändchen auf dem Arm trugen. Kann nicht verstehen, wieso keine Afterparty in der Stadt stattfand? Ist es in den vergangenen 14 Jahren wirklich noch niemandem aufgefallen, dass der Bedarf enorm groß wäre? Oder wollen nur die Ausländer am Tag nach dem Sziget ausgehen und es ist das erste Jahr, wo das Festival so viele ausländischen Besucher hatte? Kann eigentlich nicht glauben, der Anteil der Ausländer nimmt zwar Jahr für Jahr zu, man hörte aber auch schon letztes Jahr aus allen Ecken englische, deutsche oder französische Worte… Also Tipp für die Veranstalter: denkt an Afterpartys!!
Langsam geht der Ausnahmezustand in Budapest zu Ende, gestern war ja der letzte Tag des Sziget Festivals. Heute sah man in den Parken und Gärten überall erschöpfte Menschen mit großen Rücksäcken liegen, anscheinend reisen nicht alle Szigetbesucher sofort ab, sondern verweilen sie noch paar Tage (Stunden?) lang in Budapest. Über den letzen Tag kann ich leider nicht berichten, ich war gestern so geschafft, dass ich zu Hause geblieben bin. Mein Herz blutete zwar, Gogol Bordello hätte ich irgendwie schon gern live erlebt, mein Körper machte aber nicht mehr mit. Na ja, ich werde halt auch nicht jünger, und der letzte Tag auf dem Sziget ist am meisten schon ziemlich brutal. Ich habe mir davor auch jeden Abend vorgenommen, nicht allzu lange zu bleiben, trotzdem endeten alle Szigettage erst gegen 5 Uhr früh. Widerstand lohnt sich nicht, man wird äh mitgerissen…
Am Montag habe ich zwar neben Leningrad auch andere Bands gehört, mir fehlt aber die Kraft zu einem Beitrag, daher müssen heute ein paar schwache Fotos für mich erzählen.
Rammstein Leningrad, Sziget Festival 2006
Am Freitag sind auf dem Sziget irgendwie ziemlich viele Dinge schief gelaufen, nicht zuletzt wegen den in Großbritannien geplanten Terroranschlägen. Ich wollte mir am Freitag zuerst den ungarischen Yonderboi, dann den britischen Coldcut und danach die amerikanischen Scissor Sisters anhören. Im Vergleich dazu blieb Coldcut komplett aus, weil sie nicht nach Budapest einfliegen konnten ( Gomez ging´s ähnlich), zum Zeitpunkt, wo Yonderboi hätte spielen müssen, legte das für mich bis dahin unbekannte Bootsie Quartet auf, danach durfte ich mir eine einstündige Soundcheck anhören, und als Yonderboi endlich auf der Bühne stand, musste ich wegen einer Verabredung zur main stage… Dort kam ich pünktlich zu den letzten Melodien des Scissor Sisters Konzertes an, habe also praktisch auch dieses Programm verpasst.
Der zweite Tag hat für mich dieses Jahr recht früh begonnen, war nach einem gekürzten Arbeitstag bereits um 18 Uhr im Dorf der Zivilen. Sziget bietet ja nicht nur Konzerte und Partys, sondern auch viele sonstige Programme, wie z.B. Theateraufführungen, nette Gespräche mit Kulturschaffenden, Politikern, NGOs, unterschiedliche Freizeitaktivitäten vom Sport über Kunst bis hin zur Meditation u.v.m. Das Dorf der Zivilen (civil falu, kann nicht anders übersetzen) befindet sich zwischen mains stage und word music stage, und besteht aus ca. zwanzig kleineren Zelten, die alle zu unterschiedlichen Zivilvereinen gehören. Ungarn hat aktuell ca. 60000 Zivilvereine, die wenigsten von ihnen sind aber gesellschaftspolitisch tatsächlich aktiv. Viele der ungarischen NGOs sind, wie die gesamte Zivilgesellschaft, eher auf marktförmige Dienstleistungen ausgerichtet als auf die partizipatorische Unterfütterung der Demokratie. (Zitat stammt von mir selber aus einer Studie, die ich gerade schreibe…) My favorite ist der Verein Freiwillige.hu, nicht zuletzt weil eine gute Freundin dort arbeitet. Sie werben für freiwillige Arbeit, unterstützen Bedürftige, Altersheime, Kinderheime usw. und versuchen Unternehmen möglichst viel Geld für Wohltaten abzutrotzen (sagt man das so? Bin etwas müde heute…).
Seit gestern ist wieder Ausnahmezustand in Budapest. Grund: das 14. Sziget Festival hat begonnen. Man sah in den letzten Tagen in der Innenstadt wahnsinnig viele Leute (und unter ihnen viele Ausländer) mit Rucksäcken, Zelten und etwas Verwirrung auf den Gesichtern Richtung Donauinsel zu lavieren. Sonst ist alles wie auch schon in den letzten Jahren: ca. 2 Stunden Wartezeit vor dem Einlass, Staub, extrem gute Musik, Partyfeeling, Freunde, lange Spazierwege zwischen den Bühnen, und vor allem: Sommer. Gestern waren ca. 45000 Besucher auf dem Sziget. Die Veranstalter lassen an einem Abend max. 60000 Leute rein.
Laci`s Story
My name is Laszlo Horvath, I was born in Kézdivasarhely (Transylvania/Romania) in 1972. I am a teacher but I am also engaged in fine arts, music and films.
Zum zweiten Mal findet das BuSho Vision International Short Film Festival vom 4. bis zum 8. August 2006 im Budapester Kultiplex statt. BuSho steht für BUdapest SHOrt, die Veranstalter vermuten aber, dass der Name von manchen Filmmachern etwas missverstanden wurde, und begründen bescheiden die unerwartet hohe Zahl der eingereichten Kurzfilme mit dieser Zweideutigkeit im Titel des Festivals.
Zum siebten Mal findet in diesem Jahr die Plakatausstellung ARC unmittelbar neben dem Budapester Heldenplatz statt, organisiert vom Rapper und Mediendesigner Péter Geszti und seinen Mitstreitern. Diesmal stehen der Kampf gegen Gleichmut und die Integration der Roma im Mittelpunkt der Aktion. Von über 1000 Plakatentwürfen wurden 98 ausgewählt, diese werden drei Wochen lang, vom 3. bis zum 22 August ausgestellt sein. Neben Plakate konnte man auch Videoinstallationen und Kurzfilme einreichen, die besten werden auch im staatlichen Fernsehen ausgestrahlt.
Tags: Ausstellung, Kunst, Plakat
Deti Picasso ist eine der vielversprechenden jungen Bands des russischen underground Rocks. Manchmal ätherisch leicht, manchmal brutal, aber auf jeden Fall betonte Gitarrenriffe, Kontrabass, psychedelic feeling, Volksmusikelemente bereichern die Musik von D.P., all das ist aber eigentlich nur die Untermalung zum unvorstellbar flexiblen und expressiven Gesang der phänomenalen Gaya Arutjunjan. Sie singt manchmal auf Mädchenstimme, manchmal spielt sie die Operndiva. Sie wird zu den vielseitigsten jungen Künstlern der zeitgenössischen russischen Musik gezählt. Aus der dynamischen und absolut tanzbaren Musik der Band (irgendjemand hat mal vor dem Konzert behauptet, dass diese Musik keine Tanzmusik zum Feiern wäre – aber doch!) habe ich viele experimentelle Elemente rausgehört, die armenische Volksmusik hatte einen eindeutigen Einfluss auf die D.P. Songs.
Tags: Musik
Um es gleich mal vorauszuschicken: Nein, DJ Palotai ist nicht alt, nur erfahren… Okay, ich gebe zu, in seinem armlosen T-Shirt sah ar schon etwas trollig aus, aber: who cares? Er ist doch der beste…
Tags: Musik
Am Sonntag spielten Pannonia Allstars Ska Orchestra (im Volksmund nur PASO genannt) im Zöld Pardon (open air Klub in Budapest). Das Konzert war - wie vom PASO gewöhnt – sehr nett, die meisten haben vom ersten bis zum letzten Song getanz. Noch vor dem Konzert habe ich mal kurz auf die Webside der Band geschaut und dort folgenden Blogeintrag über das Konzert in Leipzig gefunden (natürlich auf ungarisch geschrieben, Übersetzung stammt von mir, hoffentlich „genießbar“):
Am 23. Juli wollte ich wieder Richtung Sofia losfahren. Mein Direktbus hielt im Dorfzentrum von Shipka, und ich setzte mich davor wieder in die zentrale Gaststätte des Dorfes, um dort vor der langen Fahrt einen Kaffee zu trinken.
Tags: Bulgarien, Reiseführer
Tag vier haben wir mit Faulenzen, Baden, hübsche-Mädels/Männer–am-Strand-Anstarren verbracht. Über den Tag kann ich wenig berichten, mal abgesehen von den leckeren Speisen, die wir am Hafen von Sozopol in einer von Touristen wenig aufgesuchten Gaststätte gegessen hatten. Und dass ich mich am Strand permanent komisch fühlte, weil mein Bikini eindeutig zu altmodisch aussah… War halt ein typischer Urlaubstag, mit wenig sinnvollen Gedanken im Kopf.
Tags: Bulgarien, Reiseführer
Am Tag drei war unser bulgarischer Kumpel, Marin bereits auf dem Weg zurück nach Sofia als wir drei aufwachten. Er ist ein junger Informatiker, und weist scheinbar die traditionellen Charakterzüge des bulgarischen Volkes nicht mehr auf. Die Bulgaren sind nämlich (meiner Einschätzung nach, jetzt werde ich unvermeidbar verallgemeinern müssen) ein eher langsames, ruhiges Volk. Alles dauert irgendwie etwas länger als von Ungarn oder Deutschland aus gewöhnt. Dies gilt vor allem für die Damen und Herren in der Bank, hinter dem Schalter an den Bahnhöfen, in den Einkaufszentren etc. Geschäftlich hatte ich mit Bulgarn bisher nicht zu tun gehabt, würde mich aber nicht wundern, wenn man da auch etwas mehr Zeit als sonst einplanen müsste. Diese Ruhe hat natürlich jede Menge Vorteile, man braucht zum Beispiel keine Angst haben, dass ein falsch gewählter Ausdruck gleich zur Explosion führt, so wie zum Beispiel bei den Serben, die ja die größten Rebellen Europas sind. Ich habe mir lange darüber Gedanken gemacht, warum die Bulgaren wohl so wenig für ihre Rechte kämpfen, und kam zur Feststellung, dass es wahrscheinlich mit ihrer Geschichte zusammenhängt. Bulagrien war ja fast 500 Jahre lang „die europäische Türkei“, der bulgarische Adel verschwand während dieser Zeit, das Volk war abgeschnitten vom restlichen Europa. Die Bulgaren waren Untertanen, Menschen zweiten Ranges. Der Befreiungskrieg ging auch nicht von den Bulgaren aus, die wenigsten unter ihnen vertrauten auf revolutionäre Veränderungen. Unter dem Druck der Panslavisten - unter russischer Führung! – drängten bestimmte „Akteure“ auf einen Befreiungskrieg im 19. Jahrhundert. Nach den Türken kamen also praktisch gleich die Russen, und blieben sozusagen bis zur Wende 1990. Das unabhängige Bulgarien ist also erst 16 Jahre alt, bis dahin war das Land ab dem 15. Jarhundert fast ununterbrochen ein Anhängerstaat eines Großmachtes. Kein Wunder, wenn die Bulgaren mit ihrem Schicksal abgefunden hatten…
Tags: Bulgarien, Reiseführer
Sofia ist zwar in jeder Hinsicht das Zentrum Bulagriens, hier lebt und arbeitet jeder, der im Land mächtig ist (sprich: jeder Fünfte von den insgesamt nicht einmal 10 Millionen Bulgaren), ist aber defenitiv nicht die schönste Stadt des Landes. Mich erinnerte Sofia an Bratislava, mit den vielen Neubauten am Stadtrand, den heruntergekommenen Fassaden und den alten Autos. Ist schon ok, aber mit Budapest nicht vergleichbar… Sofia war unter den Osmanen (die in Bulgarien beinahe 500 Jahre lang zu Gast waren, was in der Mentalität der Bulgaren eindeutige Spuren hinterliess, darüber später mehr) ein Verwaltungszentrum, aber keine grosse Handelsstadt, daher die vielen osmanischen Fundamente. 30 Moscheen bestimmen das Stadtbild neben türkischen Bädern. Viele der Moscheen wurden zu orthodoxen Kirchen umgewandelt, und das osmanische Verwaltungsgebäude zu einem bescheidenen Schloss (habe zuerst gnadenlos übersehen…) umgebaut. Heute ist ein Spaziergang durch die Innenstadt (dauert co ca. eine Stunde, wenn man langsam ist) ein Spaziergang durch die Identitätsfindung des jungen Bulagriens: total übertrieben fand ich die Soldaten, die Buckingham Palace-mässig den Eingang des Präsidentenamtes bewachen und sich alle halbe Stunde feierlich mit einer Show für Touristen abwechseln… Bulgarien ist doch eine Republik ohne König oder what?
Tags: Bulgarien, Reiseführer
Am Nachmittag noch zu Interwievterminen auf dem Lande von Ungarn, zwischendurch in Budapest, abends dann in Sofia. Man darf halt keine Luftpumpe sein, wenn man es im Leben zu was bringen will. Dabei bin ich eigentlich planlos nach Bulgarien geflogen, wenn auch nicht ganz unvorbereitet: In den letzten Tagen vor der Reise habe ich mir unzaehlige Reiseführer besorgt und durchgeblaettert, konnte mich aber für keine Reiseroute entscheiden. Wollte alles auf meinen guten Glück ankommen und mich vom Schicksal treiben lassen. Es hat sehr gut geklappt!
Tags: Reiseführer, Sofia
Morgen geht´s los, gen Sofia. Es wird zwar nicht mein erster Trip on my own sein, bin aber schon seit Wochen (!) aufgeregt. Hätte echt nie gedacht, nach so vielen Jahren Weltbummlerei… Will aber nicht persönlich werden, wollte bloß bekannt geben, dass Breakout in den kommen Tagen pausieren wird. Es sei denn, ich finde in der Weltstadt Sofia ein Inetcafé und anstatt nach neuen Erlebnissen zu jagen, berichte Euch über die bis dahin erlebten. Na mal sehen…
Wenn ich mich bis zum 24. Juli nicht gemeldet habe, schickt mal jemanden mit Fahndungsauftrag nach Sofia!
Über das geplante Steuerpaket zur Konsolidierung des ungarischen Haushaltes habe ich bereits berichtet. Nun ist es soweit, das neue Reformpaket wurde verabschiedet - mehrheitlich, allerdings ohne Zweidrittelmehrheit. Mit Hilfe des Sparpaketes soll das aktuelle Haushaltsdefizit Ungarns reduziert werden, damit das Land bis 2008 (2012?) die Kriterien der Euro-Einführung (max. 3% Haushaltsdefizit) erfüllen kann. Das diesjährige Defizitziel lautet nun 8%. Damit wählt Ungarn eine ganz andere Strategie zur Ankurbelung der Wirtschaft als seine Nachbarländer, wo bestimmte Steuerarten derzeit massiv gesenkt werden, um damit ausländische Investoren ins Land zu locken.
Betroffen von den Restriktionen sind in Ungarn beinahe alle Steuerarten. Bei der Einkommenssteuer zum Beispiel, welche derzeit 18% bzw. 36% beinhaltet, wird die Grenze des höheren Prozentsatzes gesenkt, d.h. man rutsch schneller in die höhere Kategorie. Zahlreiche Vergünstigungen wie z.B. Wohnbaudarlehenrückzahlung werden abgeschafft, Arbeitsnehmerbeiträge in die Sozialversicherung werden angehoben (von 4% auf 7%) und die Zinns- und Kursgewinnsteuer in Höhe von 20% wird eingeführt. Nach Tabak und Alkohol wird man auch wesentlich mehr Steuer bezahlen. Die erst vor kurzem gesenkte Mehrwertsteuer wird von 15% wieder auf 20% erhöht. Unternehmen und Privatpersonen werden also derzeit in Ungarn massiv zur Kasse gebeten.
Etwas überraschend kam, dass die Gewerbesteuer trotz aller offiziellen Ankündigungen doch nicht abgeschafft wird, obwohl sie angeblich EU-rechtswidrig ist.
Tags: Reform, Wirtschaft
Es war einer dieser wunderschönen Abende, die mit Lebensfreude, schönem Wetter und Abendteuerlust anfangen. Man setzt sich aufs Fahrrad, rollt singend durch die Stadt, und ehe man Zeit hätte, zu sich zu kommen, ist man schon in einem riesigen Getümmel. Das Leben tobt, alle sind verdammt gut gelaunt, Unbekannte lächeln sich gegenseitig an, die Sonne scheint und irgendwie ist es wahnsinnig gut, jetzt und hier leben zu dürfen…
Vor fast genau sieben Jahren wurde der Stabilitätspakt für SOE unterzeichnet (Köln, 10. Juni 1999). Was hat sich in der Zwischenzeit getan? Positiv: Fall des Milosevic-Regimes, Unabhängigkeit von Montenegro. Negativ: nur eingeschränkte Stabilisierung der Lage in politischer und vor allem ökonomischer Hinsicht. Staaten, in die man vor einigen Jahren frei reisen durfte, verlangen heute Einreisevisa, was nicht unbedingt fördernd auf die Wirtschaftskontakte auswirkt. Aber warum konnte sich diese Region seit 1999 immer noch nicht stabilisieren? Bleibt wohl dieser Teil des Balkens für immer ein Krisenherd? Oder hängt es viel mehr damit zusammen, dass in den Stabilitätspakt alle Länder, Protektorate, Teilrepubliken etc. gleichrangig integriert sind, die EU und alle andere sonstige internationale Organisationen dagegen mit jedem Staat einzeln verhandelt, was wiederum zum Entstehen neuer Brüche und zur Verstärkung der alten Schmerzen führen kann? Oder liegt alles an den kulturellen Problemen, und können die Einwohner in dieser multiethnischen Vielvölkerregion wirklich nicht miteinander auskommen? Fällt mir schwer zu akzeptieren, dass ein Krieg nur paar Hundert Kilometer von Budapest entfern im 21. Jahrhundert eigentlich zu jeder Zeit möglich ist. Will nicht übertreiben, kenne aber die nationalistischen Parolen aus Ungarn, und weiß, dass bestimmte Gruppen 80 Jahre nach Trianon immer noch sehr schnell mobilisierbar wären, wenn es darum ginge, die Grenzen neu zu legen. Wie soll es dann z.B. den Serber ergehen, die auch unter einer Art Trianon-Syndrom leiden, nur dass die Wunden noch viel schmerzhafter und weniger geheilt sind.
In Budapest ist es warm, in den letzten zwei Wochen hatten wir permanent über 30 Grad gehabt. Es ist so heiß, dass ich mittlerweile ungern an meiner Lieblingsstelle, auf dem Donauufer flaniere, da gibt´s ja kaum Bäume, die ein wenig Schatten spenden könnten. Lieber bin ich in meinen Lieblingsparken. Wohne ja auch hier neben einem großen Park, fast so wie zu schönen alten Zeiten in der Holbeinstraße…
Tags: Natur
Der polnische Staatspräsident Lech Kaczynski und sein Zwillingsbruder Jaroslaw vor ca. 20 Jahren
Dank Anne Kupke kann hier (zwar gekürzt) die taz-Satire folgen, die inzwischen nicht mehr kostenlos zugänglich ist, sie hatte ihn aber noch bei sich gespeichert gehabt. Danke Anne! Read the rest of this entry »
Laut einer Analyse der Agentur Standard & Poor’s werden Bulgarien und Rumänien den Euro möglicherweise früher übernehmen als Ungarn. Die FAZ hatte zuvor berichtet, kein anderes europäisches Land sei wirtschaftlich so anfällig wie Ungarn. Eine derart auf Steuererhöhungen basierende Politik wie die der ungarischen Regierung könne leicht das Wirtschaftswachstum gefährden.
Tags: Wirtschaft
Tipp für alle, die heiße Sommertage in Ungarn wassernah verbringen möchten: Fahrt nach Abádszalók zur Theiß! Sauberes Wasser, Sandbeach, auch für Familien mit Kindern, zur puren Erholung perfekt geeignet. Die Gegend ist reich an Sehenswürdigkeiten, wunderschöne alte Dörfer, Puszta, Störche, Schilfdächer und Zigeunerkinder…
Tags: Reiseführer
Noch am 26. Juni 2006 ist in der taz eine Satire von Peter Köhler über die Kaczynski Brüder unter dem Titel “Polens neue Kartoffel - Schurken, die die Welt beherrschen wollen” erschienen. Daraufhin hat Polens Präsident, Lech Kaczynski seine Teilnahme am französisch-polnisch-deutschen Gipfeltreffen in Weimar in der allerletzten Minute abgesagt. Angeblich hatte er Magenbeschwerden…
Tags: Journalismus, Polen, Politik
(Mein heimlicher Test zur Aufdeckung der Leserschaft dieses Blogs ist eine schmähliche Niete geworden, kein Problem aber, ich gebe nicht auf und schreibe weiter!)
Tags: Kunst
Ok Kids, heute wird hier interaktiv gespielt. Wer weiss, was ich mit unten folgendem Foto sagen wollte, oder zumindest eine passende Idee hat, der darf am Sonntag nach Abadszalok mitfahren. Ansonsten könnt Ihr die Lösung des Fotorätsels erst am Donnerstagabend lesen, muss nämlich noch den Artikel dazu schreiben.
Tags: Spiel
Heute mal eine kulinarische Empfehlung: Kleinrestaurant am Rande der Stadt (mit Fahrrad 20 Min. von der Innenstadt), mit Kellnern, die seit mind. 10 Jahren fester Bestrandteil der Gaststätte sind (kann beweisen, auch schon vor zehn Jahren habe ich hier nette Abende damals noch mit Vodka-Cola verbracht), mit Speisekarte, die vom Stil her eindeutig nicht zu übertreffen ist (A/3 Format, handgeschrieben, wird per Fotokopieren vervielfältigt), mit Speisen, die fast wie zu Hause schmecken, und mit Preisen, die sich auch ungarische Philologiestudenten leisten können.
Adresse: Rimaszombati út 7
Tags: Kulinarisch
Um mal auf den Punkt zu kommen: tierisch gute Musik, urgeil. Wenn ich einmal Hochzeit hätte, wüsste ich sofort, welche Band da spielen soll! Vom ersten Takt an zügige, ordentliche Partymucke. Vodku spielt seit 2000, allerdings wegen eines tragischen Unfalls nicht in der gleichen Formation. Das Besondere an Vodku ist, dass sie jüdische, russische, ungarische, südslawische usw. Volksmusik-Elemente nach ihrem eigenen Musikkonzept vermischen, überarbeiten, zerlegen und wiederaufbauen. Und das Konzept richtet sich nach Tanz: Das Endergebnis dieser „Metzgerarbeit“ muss auf jeden Fall tanzbar sein. Tanzbar nach ostmitteleuropäischem Geschmack, was ein wenig andere Bedeutung hat als z.B. tanzbare Blaskapellen-Musik auf dem Balkan oder Russendisko-Mucke auf den Partys vom Baikaltrain. Wie immer, wie so viele andere Dinge ist ja Musik auch eine Geschmacksache, meiner ungarischen Seele tat aber das gestrige Konzert auf jeden Fall gut. ;-)
Es war einmal eine große alte Markthalle, stand schon seit 150 und noch viel mehr Jahren neben einer schönen Brücke, dort, wie die Straßenbahn hielt. In dieser großen Halle kauften laute nette Leute ein, und auch die Verkäufer haben oft und viel gelacht – bestimmt weil sie viel von ihrer gesunden, vitaminreichen Gemüse genascht hatten. Ganz hinten in der Halle gab´s eine sehr lustige Theke. Hinter dieser Theke stand Tante Erzsi (Name von der Redaktion geändert), und schenkte Milch direkt aus der Milchkanone aus. Welch ein herrliches Erlebnis, „echte“ Milch in der Flasche mit nach Hause nehmen zu können!! Zwar für Diät ungeeignet, dafür aber perfekter Rohstoff für Dickmilch. Amen ;-)
Tags: People
Heute habe ich durch Zufall Agi (alias Barna cica) auf der Straße begegnet. Um 16 Uhr stanken sie und ihre beiden Kumpelinnen stark nach unidentifizierbaren Alkoholsorten. Wie sich herausstellte, sind gestern vier Kurzfilme im Szimpla kert aufgeführt worden, die sie gedreht hatte. Cooles Hobby für die Geschäftsführerin eines Logistik-Unternehmens… Sie nahm mich gleich mit zu sich nach Hause, diese Fotos habe ich auf dem Innenhof und in ihrer Wohnung aufgenommen.
Heute möchte ich Euch von einem schönen Konzert erzählen, welches ich gestern erlebt hatte. Das Petöfi Literaturmuseum führt in diesem Sommer eine Veranstaltungsreihe (Palotakerti Estek, dt. Abende im Palastgarten) durch, mit feinster Musik und literarischen Aufführungen. Das erste Konzert habe ich gnadenlos verpasst, was ich sehr bedauere, weil Zoltan Lantos mit seiner Band Mirrorworld spielte. Beim zweiten Konzert war ich aber schon dabei, und es war ein sehr-sehr schönes Erlebnis. Die ungarische Band Djabe spielte.
In Budapest ist es warm, sauwarm, unerträglich heiß. Tagsüber betet man zur sonst so verachteten Klimaanlage, sie möge Kühle spenden. Erst abends wir das Klima unter freiem Himmel etwas erträglicher, und da die Stadt von fantastischen Kulturprogrammen wimmelt, deren Großteil kostenlos ist, fehlt es einem nicht allzu schwer, passendes Abendprogramm zu finden.
Ökonomen prognostizieren für Ungarn ein Haushaltsdefizit von 8-9% am BIP, wenn der Staat auf der Ausgabenseite nicht dringend die Notbremse zieht. Die Gründe des gewaltig großen Budgetdefizits liegen u.a. tief in der Struktur des öffentlichen Sektors. Die enorm vielen und großen staatlichen Behörden, der auffallend hohe Anteil der inaktiven Bevölkerung, die europaweit beispiellosen Vergünstigungen an Schüler, Studenten, Rentner, Beamten etc., die noch immer staatlich dotierten Gas- und Strompreise, die an ausländischen Investoren geleisteten Vergünstigungen, die MwSt-Senkung vom vergangenen Jahr - um nur einige Beispiele zu nennen - kosten dem Staat ja viel und provozieren über die Umverteilung des Nationaleinkommens immer wieder einen impulsiven Anstieg der Ausgaben.
Am 5. Juni demonstrierten etwa 1000 Ungarn vor dem Schloss Trianon in Versailles gegen die Friedensabkommen von 1920.
No comment.
Noch nie von Etyek gehört? Wenn alles nach den Plänen der “Movie maker” läuft, dann wird es sich bald ändern. Etyek liegt 26 Km von Budapest entfernt und ist ansonsten ein ganz durchschnittliches ungarisches Dorf mit ca. 3000 Einwohnern. Das Besondere an Etyek ist, dass unweit vom Dorfzentrum ein Filmstudio gebaut wird, wo - zumindest wird es so gehofft - bald Hollywood-Stars wie Brad Pitt Filme drehen werden. 143 Millionen Euro werden ins Projekt investiert. Etyek will Großproduktionen anziehen, etwa sechs Filme pro Jahr sollen hier entstehen. Auf einer Fläche von ca. 15 Hektar soll die neue Filmfabrik auch den weltweit grössten Saal für Innenaufnahmen mit den Ausmassen eines Fussballplatzes beherbergen. Wie in Cannes bekannt gegeben wurde, können hier die ersten Filme in einem Jahr schon gedreht werden. Und dann wird Etyek bekannt, berühm und reich - so wie in den Movies…
Der jüngste Parlamentsabgeordnete Ungarns ist Jahrgang 1983 (!) und sitzt in der sozialistischen Fraktion. Nur ein Jahr älter ist der Zeitjüngste, der die Opposition (Fidesz) vertritt. Der jugendliche Trend lässt sich vielleicht damit begründen, dass die Sozialisten in der Kampagne verstärkt um junge Wähler geworben haben, Fidesz (die Partei der „jungen“ Demokraten) schlug dagegen gesetzte Richtung ein.
Tags: Politik
…und schon wieder hört man Klagen über das verschwinden von netten, gemütlichen Budapester Kaffeehäusern – leider mit Recht. Das Café Eckermann wird geschlossen. Es hatte zwar keine großen Spiegel, wurde auch nicht im Stil der Sezession gebaut und war eigentlich gar nicht “traditionsgemäß”, doch es prägte das Budapester literarische und kulturelle Stadtbild. Es war puritanisch mit kleinen Marmortischen und einfachen Stühlen. Treffpunkt vieler Philosophen, Ästheten, Künstler und Stadtbummler. Alles in Vergangenheit. Schade.
Ungarn hat eine neue Regierung. Der alte-neue Ministerpräsident, Ferenc Gyurcsány, steht vor schwierigen Aufgaben: die Staatsverschuldung des Landes ist höher den je, die Arbeitslosigkeit steigt und das Land ist enorm weit von den Wirtschaftskriterien der Euro-Einführung entfernt.
Wie Gyurcsány die Finanzlage stabilisieren will, ist in Detail noch nicht bekannt, bis auf einige Presseinfos. Zwar wird der Wirtschaftsminister von den Liberalen gestellt, trotzdem sollen die Einkommenssteuer und die Mehrwertsteuer (erst zum 1. Januar 2006 von 25% auf 20% gesenkt!) erhöht werden. „Man braucht keine Schocktherapie, aber die früheren Vorstellungen von Steuersenkung müssen verschoben werden“ – sagte Gyurcsány in einem Interview. Kommunen mit weniger als 1000 Einwohnern sollen demnächst keine Kommunalverwaltung mehr haben, es sollen 15-18000 Lehrer und 20% der Beamten (ca. 20000) gekündigt werden. Auch die Zahl der Parlamentsabgeordnete soll von 386 auf 298 reduziert werden, allerdings erst ab der nächsten Legislaturperiode. Immerhin soll die Immunität der Abgeordneten ab sofort eingeschränkt werden, nachdem mehrere einen Alkoholtest im Verkehr verweigert haben.
Musik der Elemente.
Dein Geist schaltet sich aus.
Exzentrischer Tanz.
Drums.
Dein Herz schlägt nach dem Rhythmus der Schlagzeuge.
Video.
Kralle Farben an der Leinwand.
Echo.
Motorische Bewegungen.
Feel free! – brüllt der Sänger.
Fremde Körper rühren dich, die Masse bewegt sich nach dem gleichen Rhythmus.
Es wird gepfiffen und du pfeifst mit.
Du schüttelst den Kopf und deine Haare fliegen.
Wahnsinn. Geht es noch schneller? Schaffst du es?
Du fliegst bis zum Himmel, und stürzt zurück zum Boden. Leer aber frei.
Ekstase.
Budapester Fußgänger werden immer radikaler. Zumindest wenn es um die Verkehrssituation in der ungarischen Hauptstadt geht. Vor paar Wochen haben sie zu peak time die Zebrastreifen in einer verkehrsreichen Kreuzung blockiert, um zu demonstrieren, dass die Fußgänger in Bp. „Bürger zweiten Ranges“ sind, da sie von den Autofahrern nicht beachtet werden. War gerade zu Fuß unterwegs in der Stadt, irgendwie stimmt schon die Anmerkung.
Die Aktion hat einen Namen, die Beteiligten nennen sich radikalen Fußgänger (ung. Radikális gyalogosok, Abkürzung: RAGYA). Einige von ihnen trugen Gasmaske auf der Demo. Sie hatten gelbe Blumen bei sich, zur Beruhigung von aufgeregten Autofahrern, denen es beim Erblicken der ca. 200 RAGYA auf der Kreuzung plötzlich sehr schlecht ging.
Die Demo war nach ca. 15 Minuten vorbei. Wann und wo die nächste stattfinden wird, erfährt man über einen informellen Mailverteiler.
Tags: RAGYA, Zivilgesellschaft
1953 plus 53 macht 2006. Mit diesem mathematischen Kommentar wurde für das gestrige Fußballspiel England gegen Ungarn in der ungarischen Presse Werbung gemacht. Was das bedeuten soll? 1953 gewann Ungarn mit 6:3 gegen England, und dieses historische Spiel ist nun gerade 53 Jahre her. Weitere Besonderheit des gestrigen Spiels: damals hieß der Trainer der Nationalelf Bozsik, und heute heißt er (immer noch) Bozsik. Allerdings handelt es sich beim Letzteren um den Sohn des Ersteren, er ist der Nachfolger des berühmtesten Deutschlandimportes Ungarns, Lothar Matthäus, der sein Glück nun in (noch) wärmeren Ländern versucht – zur vollsten Zufriedenheit vieler ungarischen Fußballfans.
Viktor Orbáns (Fidesz) größte Verbündete in der Wahlkampagne war die Christdemokratische Volkspartei. Die beiden Parteien waren zu den Wahlen auf einer gemeinsamen Liste angetreten. Im neuen Parlament werden sie zwar ein Oppositionsbündnis bilden, bleiben aber unabhängig und formen selbständige Fraktionen. Man fragt sich: entfernen sich die Christdemokraten politisch vom Fidesz, oder lehnen sie bloß das Konzept der gemeinsamen Fraktion unter der Alleinführung von Orbán ab?
Worüber wir nicht reden können, was unsagbar ist, was nicht offen gestanden werden kann, darüber können wir uns keine Gedanken machen, darüber können wir keine Entscheidung treffen, das bleibt unter unserem Bewusstsein, trotzdem gestaltet das unser Leben, und wir tun so, als ob wir all das nur unbeholfen beobachten könnten, was uns ergeht.
Tags: Fellner, Leidenschaften, Sziget
Zwar gab es in den vergangenen Jahren bereits mehrere Versuche, einen legal tätigen online „Musikladen“ zum Downloaden von Musik aufzumachen (xenomusic.com, 673.hu), all diese Versuche scheiterten. Seit März 2006 gibt´s aber die Website www.dalok.hu , die ganz stabil zu funktionieren scheint. Die Besonderheit dieses „Internetwarenhauses“ ist, dass es als ein nonprofit Unternehmen betrieben wird: die Initiative ungarischer Musiker wurde von der Gewerkschaft der ungarischen Musiker und Tänzer unterstützt und somit konnte der gemeinnützige Verein „Ungarische Lifemusik Kunst“ gegründet werden. Dieser Verein betreibt die Website.
Good news für alle, die den Film Hukkle mochten: György Pálfi, der junge Regisseur (32) hat in der Zwischenzeit einen neuen Film gedreht, der den Titel Taxidermia trägt und in Cannes bereits vorgeführt wurde. Und zwar mehrmals, und immer vor vollem Haus. Nicht schlecht für einen ungarischen Film, kommt nicht so häufig vor. Zuletzt vielleicht als der Film Kontroll herauskam, das ist aber mittlerweile auch schon zwei Jahre her. Pálfi meinte irgendwo, dass sein „aussperrender“ Film vielleicht deswegen mit so großer Begeisterung empfangen wurde, weil die reale Welt viel kränker ist als sie im Film dargestellt wird. Hm, was soll das wohl bedeuten?
Blog hat in Ungarn nicht nur Fuß gefassen, sondern ist sogar zum politischen Mittel geworden: Viele behaupten, dass Gyurcsány die Wahlen im April mit seinem täglichen blogs gewonnen hätte. Tag für Tag schreibt er auf der Seite www.amoba.hu , es war für mich ein total neues Erlebnis, als ich zum ersten Mal in seine blogs reingeschaut hatte. Aktuell ist zwar politische Stille, die neue Koalition will nichts über das Programm für die nächsten vier Jahren verraten, weil sich die beiden Koalitionsparteien noch nicht einigen konnten. Die Außenwelt hat aber aus dem blog von Gyurcsány erfahren, dass Henry Kissinger bei ihm war, nicht mal die ungarische Nachrichtenagentur hat über die Sache berichtet. In einem kleinen Land wie Ungarn sind solche Besuche wesentlich seltener und wichtiger als vielleicht in Dtl.
Noch vor zwei Wochen am Sonntag war ich auf der Margaretheninsel (ja, dort, wo die wunderschönen lila Bäume blühen) auf dem Kendermag-Festival. Für manche war es eine Demo, da ich aber vom Zeug entweder gleich einschlafe oder kotze, fühlte ich mich in diesem Zusammenhang mit der Sache nicht verbunden. Marihuana ist ja auch in Ungarn verboten, sowohl Erzeuger als auch Verwender werden bestraft. Freunde von mir hatten deswegen ernste Probleme, kamen zwar wegen Kiffen nicht hinter Gitter, sind aber registriert geworden, mussten zur Therapie etc., und kriegten später lange kein Führungszeugnis. Das war aber noch zu Fidesz-Zeiten…