Tierwohlfahrt

Es gibt sicher viele Sinnlosigkeiten, welche ein EU-Beitritt bei all dem Trara von wegen “Wir sind drin “und “Jetzt geht es vorwärts” mit sich bringt.
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Umso dümmer, dass genau diese Anpassungsmaßnahmen, meist auf Basis des Rechtsrahmens der EU fundierend, in dem ganzen Trubel unter den Tisch fallen, besonders in der internationalen Darstellung. Doch genau diese Dinge sollten dem Großregulierer EU den Spiegel seiner Limits vorhalten und die Ideologiewirkung auf eifrige Staatsbeamte oder die Förderung der Schamlosigkeit von Lobbyisten aufzeigen.

Wer hat schon mal den Begriff “Transhumance” gehört?
Transhumance ist das wohl abscheulichste überhaupt, schlimmer und gefährlicher als BSE, Schweinepest und Federviehgrippe je gewesen sein konnten. Transhumance sorgt für guten Käse aus Schaf- oder Ziegenmilch. Transhumance steht für gutes Fleisch, natürliche Wolle. Leider kann Transhumance nicht so gut von oben kontrolliert werden. Was kann es schlimmeres geben im EURO-Raum?

Also konkret: Bei Transhumance handelt es sich um das Nomadisieren von Nutztierherden in der Regel Schafe mit zugehörigen Schäfern, nur echt im “yamurluk” (diese überdimensionalen Superschafswollmäntel) und mit “gega” (die langen, gebogenen, zepterähnliche Stöcke). Transhumance gehört definitiv zu den exotischsten und sympathischen Dingen, die einem auf Reisen in Rumänien und Bulgarien bei all dem Stress auf den Achterbahnstraßen immer wieder begegnen. Transhumance hat eine jahrhundertlange Tradition und besonders in Bulgarien auch ein kulturelles Erbe hinterlassen (vor allem musikalisch). Gerade jetzt im Winter freue ich mich immer auf meinen Touren durch den Banat nach Timisoara rechts und links der Straßen, Schafherden zu sehen. Im Sommer ziehen die Schäfer in die Berge. Genau, diese Berufsausübung wird nun verboten oder zumindest streng reglementiert. Als ob es nichts Wichtigeres und Eiligeres nach dem EU-Beitritt zu tun gibt!
Und warum – der Oberhirte der Nationalen Sanitär Behörde für Veterinär- und Lebensmittelsicherheit Rumäniens Marian Avram:

„Transhumance … violates the rules of transport and animal welfare. Furthermore animals walk on national roads and encroach on properties” (Nine o´clock, No.3862, February 1st 2007, p. 11)

Eine Riesensauerei, aber endlich ist Schluss damit! Erstens, Transportregeln: Für Transporte muss grundsätzlich bezahlt werden, also auf langen Wegen müssen die Schafherden in speziellen Trucks befördert werden. Schliesslich gibt es die Speziallogistikfirma des Gesundheitsministers und die muss BUSINESS haben, fertig! Zweitens, Nationalstraßen, auf die steht Maut, nicht ohne Grund beschweren sich große Trucklogistiker und der gemeine Daciafahrer über den schlechten Zustand der rumänischen Straßen, dank der ständigen Trampelei. Und auf dem schönen Eigentum auf dem die Herden hocken, ließen sich super EURO-FOOD-Hypermarkets bauen. Die Schäfer sollen sich gefälligst erstmal um ein Hygienezertifikat, um die Festlegung ihrer Routen und um die regelmäßige Registrierung bei Übertreten der Grenze in den nächsten Veterinärbezirk kümmern! Nicht, dass damit korrupten Veterinärern geholfen wird (eigentlich ist der Freihandelsraum EU doch gerade auch gegen derartige, kleinstaatliche Wegelagerei besonders im Agrarsektor angetreten), das gibt den Schafen Lebenssicherheit, und schließlich sollten auch sie wissen wo die Tour langgeht.

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