Gosprom: Acid-Jazz and Triphop aus der Ukraine

Beim Durchzappen durch den Mp3-Datenhaufen sind die Songs einer Band aus Kharkov (Ukraine) aufgefallen – Gosprom. Ihr Album “Lazy” ist eine Wundertüte voller warmer, fein produzierter Sounds, die beides in sich vereinen: Lazyness und eine mächtige Portion Funk. Sie setzen auf analoge Instrumentierung (Gitarre, Klarinette, Bass), aber auch auf Sampling und Scratches. Dem ganzen setzt Marianna Dyakova mit ihrem Gesang die Krone auf. Sie singt in ukrainischer Sprache, hin und wieder einige englische Verse. Die Texte stammen vom Moskauer Dichter Andrei Voznesenskii (geb. 1933) und vom sowjetischen Kultpoeten Wladimir Majakowski (1893-1930), der sich der Kunstrichtung des Futurismus verschrieben hatte. Sie sehen sich als experimentelle, ständig transformierende Band, die sich nicht festlegen und nicht nur musikalisch gestalten will. So arbeiten sie mit anderen Künstlern zusammen und treten beispielsweise bei Ausstellungen befreundeter Fotografen auf. Ihre Promotion bezeichnen sie selber als “junk art”. Im Interview mit dem Musikportal Far from Moscow (gehostet vom Slawistik-Institut an der University of California, Los Angeles) formulierten sie ein Mini-Manifest für Gosprom: “we are experiment. we are japanese punk, vanguard dj, tourist, classic clarinettist, birdbass. we love mayakovsky. we want urbanism adventure.”
Das Album “Lazy” ist erschienen beim deutschen Netlabel Headphonica. Auf dem britischen Hiphop-Netzlabel Random Flow erschienen ist die EP “Broadway“. Beide Releases stehen unter der Creative Commons License.
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