
Nachdem am letzten Wochenende im ersten Wahlgang Ségo und Sarko als Sieger hervorgegangen sind, versuchen beide die Entscheidung nach Kräften für sich zu beeinflussen. Ségo flirtet mit Bayrou um seine nun unentschlossene Wählerschaft, Sarko tut sich unter den Anhängern von Le Pen um. Die 12 Plakatwände vor den Wahllokalen sind verschwunden, jetzt stehen nur noch zwei Tafeln, je eine für Ségo und eine für Sarko. Ségo hatte kurz vor dem ersten Wahlgang noch mal (rote) Farbe bekannt. Dieses Plakat wich am Montag nach der Wahl einem Portrait, dass wohl dem Patienten Frankreich mittels der blütenweißen Ärztin Royal Mut zusprechen soll. Sarko blieb bei seinem Spruch „Zusammen wird alles möglich“ (Ensemble tout devient possible), wie auch immer das zu interpretieren ist. Siegesgewiss hatte sich Sarko schon vor Wochen für den letzten Sonntag vor der Wahl eine große Konzerthalle reserviert, um ein letztes Mal vor seinen Anhängern zu sprechen. Die waren dann auch reichlich da, allerdings nur etwa 25.000, nicht die von Sarko in der Presse erwarteten 40.000. Der Himmel drohte mit Gewitter, als die Menge vor der Halle Aussagen bejubelte, wie z.B.: „…ich will wieder sagen können, dass ich stolz bin ein Franzose zu sein, ohne mich von Verrätern, die nichts für ihr Vaterland zu tun gedenken, karrikieren zu lassen…“ (O-Ton). Der Protest hielt sich bei der Veranstaltung in Grenzen, bis auf ein paar Radfahrer mit Hemden der falschen Partei. Auch Ségo hat einen letzten massenwirksamen Auftritt anberaumt, am 01. Mai in einer ebenso großen Halle in Paris. Im Gepäck hat sie eine Menge bekannter französischer Musiker, die im Stade Charlety weniger polemisch für Sympathie werben sollen.
Während bei einer ähnlichen Veranstaltung der Kandidatin der Kommunistischen Partei, Marie-George Buffet, am 1. April die Straßen um Bercy gesäumt waren von Bussen, die die PCF-Anhänger aus der Provinz nach Paris gebracht haben, so waren es bei Sarko schwere Limousinen, die die reicheren seiner Fans erwarteten. Busse waren heute kaum zu sehen. Dafür umso mehr Polizei, die alles schön überwachte.
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