Neulich Ausser DEr reiHe



Am Dienstag, dem 19.01. fand im Club des Cafes Telegraph mal wieder ein Konzert Ausser DEr reiHe statt. Unni Løvlid aus Norwegen gab ein wunderbares minimalistisches Konzert…



Am Dienstag, dem 19.01. fand im Club des Cafes Telegraph mal wieder ein Konzert Ausser DEr reiHe statt. Unni Løvlid aus Norwegen gab ein wunderbares minimalistisches Konzert…

Im Tabakladen nebenan entdeckt – und überrascht! Untertitel: “Soul, Funk, Jazz”. Im niedergehenden Musikzeitschriftenmarkt ist so ein Spezialtitel für Rare Grooves etc. ein mutiger Schritt. In Uptown Strut ist alles drin und dran, so dass das Magazin sicher öfter im Einkaufskörbchen landet: Schöne Typo, großformatige Fotos, griffiges Papier, fairer Preis (unter 4 Bucks) – und mit Liebe gemacht.
Themen im Heft No. 4:
- Ein DJ auf Plattensafari in Westafrika,
- Film-Review zu “Soul Power” von Jeffrey Levy-Hinte,
- der Erfinder Ethio Jazz,
- Northern-Soul-Hits illustriert von Eric Prieditis (gute Idee!)
- und natürlich Plattenrezensionen.

Beim Durchzappen durch den Mp3-Datenhaufen sind die Songs einer Band aus Kharkov (Ukraine) aufgefallen – Gosprom. Ihr Album “Lazy” ist eine Wundertüte voller warmer, fein produzierter Sounds, die beides in sich vereinen: Lazyness und eine mächtige Portion Funk. Sie setzen auf analoge Instrumentierung (Gitarre, Klarinette, Bass), aber auch auf Sampling und Scratches. Dem ganzen setzt Marianna Dyakova mit ihrem Gesang die Krone auf. Sie singt in ukrainischer Sprache, hin und wieder einige englische Verse. Die Texte stammen vom Moskauer Dichter Andrei Voznesenskii (geb. 1933) und vom sowjetischen Kultpoeten Wladimir Majakowski (1893-1930), der sich der Kunstrichtung des Futurismus verschrieben hatte. Sie sehen sich als experimentelle, ständig transformierende Band, die sich nicht festlegen und nicht nur musikalisch gestalten will. So arbeiten sie mit anderen Künstlern zusammen und treten beispielsweise bei Ausstellungen befreundeter Fotografen auf. Ihre Promotion bezeichnen sie selber als “junk art”. Im Interview mit dem Musikportal Far from Moscow (gehostet vom Slawistik-Institut an der University of California, Los Angeles) formulierten sie ein Mini-Manifest für Gosprom: “we are experiment. we are japanese punk, vanguard dj, tourist, classic clarinettist, birdbass. we love mayakovsky. we want urbanism adventure.”
Das Album “Lazy” ist erschienen beim deutschen Netlabel Headphonica. Auf dem britischen Hiphop-Netzlabel Random Flow erschienen ist die EP “Broadway“. Beide Releases stehen unter der Creative Commons License.
Anspieltipps:
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